Empfehlung 56 von 72 · Stand der Umsetzung
Private Investoren beim Wiederaufbau stärker einbeziehen
Ein Teil dessen, was die Empfehlung verlangt, ist erfüllt, ein anderer nicht.
- Status freigegeben am
- 7. November 2026
- Zuletzt geprüft
- 7. November 2026
- Nächste Prüfung geplant
- 15. Januar 2027
Hinweis: Dieser Eintrag wurde seit mehr als zwölf Monaten nicht geprüft. Der Stand kann veraltet sein.
Stand der Umsetzung · eigene Recherche Diese Seite zeigt unsere eigene Recherche zum Stand heute. Sie ist keine Aussage des Bundestags. Wie wir prüfen
Was die Kommission empfohlen hat
„Private Investoren und Unternehmen können in Konflikt- und Postkonfliktländern einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Wiederaufbau leisten und sollten daher bei Friedens- und Stabilisierungseinsätzen stärker mitgedacht werden.“
Quelle: Drs. 20/14500, S. 46 (Original, neues Fenster) · Bericht der Enquete-Kommission vom 27. Januar 2025
Warum die Kommission das empfiehlt und wer anderer Meinung war →
Woran wir die Umsetzung messen
Als umgesetzt gilt, wenn private Investoren und Unternehmen bei Friedens- und Stabilisierungseinsätzen nachweisbar stärker mitgedacht werden, laut Umsetzungsteil durch Auslandsvertretungen als Anlaufstellen für stabilisierungsdienliche Investitionen und verbesserte Beratungsangebote zu wirtschaftlichen und politischen Risiken über Außenhandelskammern, Auslandsvertretungen und politische Stiftungen.
Abgeleitet aus dem Wortlaut und der Begründung im Bericht. Den Maßstab hat die Redaktion festgelegt, nicht die Kommission.
Zählt nicht als Umsetzung
Ausgangslage: Was es schon vor dem Bericht gab
Investitionsgarantien für die Ukraine einschließlich Kriegsrisiko werden seit Februar 2022 übernommen (Beleg 6). Das ist Ausgangslage.
Was wir geprüft haben
Jede Prüffrage mit unserer Antwort und dem, was die Belege zeigen. Gewertet werden nur Schritte seit dem 27. Januar 2025.
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Benennen Strategien und Konzepte für Stabilisierungseinsätze die Rolle privater Investoren?
Antwort: Teilweise
Der Aktionsplan Wirtschaft und Entwicklung (Oktober 2025) und der Reformplan des BMZ (Januar 2026) benennen privatwirtschaftliches Engagement als Voraussetzung für den Wiederaufbau in der Ukraine, in Syrien und in Gaza; der Reformplan richtet Absicherungsinstrumente auch auf risikoreichere Kontexte aus. Die Rede des Bundeskanzlers in Danzig nennt die Mobilisierung privater Investitionen für die Ukraine als Ziel. Mandatsanträge für Stabilisierungseinsätze wurden auf eine Rolle privater Investoren nicht ausgewertet.
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Bieten Auslandsvertretungen und Außenhandelskammern in Konflikt- und Postkonfliktländern Beratung für investitionswillige Unternehmen an?
Antwort: Teilweise
Für die Ukraine bündelt eine Plattform des Bundes Informationen zu Beratungs-, Vernetzungs- und Förderangeboten; für Syrien hat das BMZ im April 2026 einen Workshop zum wirtschaftlichen Engagement im Wiederaufbau durchgeführt. Belege für eine Rolle der Auslandsvertretungen als Anlaufstellen oder für verbesserte Beratung durch Außenhandelskammern und politische Stiftungen in Konfliktländern wurden nicht gefunden.
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Werden Instrumente der Außenwirtschaftsförderung, etwa Investitionsgarantien, in solchen Ländern genutzt?
Antwort: Teilweise
Laut Jahresbericht 2025 der Investitionsgarantien war die Ukraine 2025 im dritten Jahr in Folge das Land mit den meisten genehmigten Anträgen; seit Februar 2022 wurden 50 Garantien für deutsche Projekte in der Ukraine übernommen, einschließlich der Absicherung des Kriegsrisikos. Für andere Konflikt- oder Postkonfliktländer wurden keine Angaben gefunden.
Beleg: 6
Was wann geschah
- 27. Januar 2025 Die Enquete-Kommission legt ihren Bericht vor. Ab hier zählen Schritte als Umsetzung.
- Oktober 2025 Strategie Das BMZ veröffentlicht den Aktionsplan Wirtschaft und Entwicklung mit einem Abschnitt „Zusammen für Wiederaufbau“ zu Ukraine, Syrien und Gaza. Beleg: 1
- 8. Oktober 2025 Antwort auf eine Anfrage Die Bundesregierung teilt auf eine Schriftliche Frage mit, dass der Abschlussbericht der Enquete-Kommission ressortübergreifend unter Federführung der betroffenen Ressorts ausgewertet wird und sie danach über Folgemaßnahmen entscheidet. Beleg: 7
- Januar 2026 Strategie Der BMZ-Reformplan kündigt den Ausbau von Beratungs-, Finanzierungs- und Absicherungsinstrumenten mit Fokus auf risikoreichere Kontexte an. Beleg: 2
- Februar 2026 Bericht Der Jahresbericht 2025 der Investitionsgarantien weist die Ukraine als Land mit den meisten genehmigten Anträgen aus; die Gebührenbefreiung für Ukraine-Anträge wird bis Ende 2027 verlängert. Beleg: 6
- 21. April 2026 Sonstiges Das BMZ führt einen Workshop zum wirtschaftlichen Engagement für den Wiederaufbau in Syrien durch. Beleg: 5
- 25. Juni 2026 International Bundeskanzler Merz wirbt bei der Ukraine Recovery Conference in Danzig für die Mobilisierung privater Investitionen und verweist auf einen europäischen Fonds mit Polen, Italien und Frankreich. Beleg: 3
Belege
Die entscheidende Stelle steht jeweils im Wortlaut. Die Links führen zum Original und, wo vorhanden, zu einer Archivkopie.
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Beleg 1 Amtliche Quelle
Aktionsplan Wirtschaft und Entwicklung: Starke Partnerschaften für eine erfolgreiche Wirtschaft weltweit
„Der Wiederaufbau in der Ukraine, in Syrien und auch in Gaza wird eine Mammutaufgabe, die ohne privatwirtschaftliches Engagement nicht geleistet werden kann. Das Bundesentwicklungsministerium arbeitet hinsichtlich Beratung, Projektentwicklung und Finanzierung eng mit deutschen Unternehmen zusammen, die sich am Wiederaufbau beteiligen wollen.“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 2 Amtliche Quelle
Zukunft zusammen global gestalten. Reform- und Strategieplan des BMZ
„Das BMZ baut seine Beratungs-, Finanzierungs- und Absicherungsinstrumente für exportorientierte und investitionsbereite Unternehmen aus. Die BMZ-Instrumente ergänzen die klassische Außenwirtschaftsförderung. Der Fokus liegt auf Unterstützung des Mittelstands und des Engagements in risikoreicheren Kontexten.“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 3 Amtliche Quelle
„Fest an der Seite der Ukraine“. Rede von Bundeskanzler Merz bei der Ukraine Recovery Conference 2026 in Danzig
„„In Rom haben wir die Idee eines Europäischen Flaggschiff-Fonds für den Wiederaufbau der Ukraine verkündet.“ […] „Der Fonds bringt Deutschland, Polen, Italien und Frankreich zusammen.“ […] substanzielle private Investitionsmittel für strategische Sektoren der Ukraine mobilisieren“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 4 Amtliche Quelle
Ukraine (Länderseite des BMZ, englische Fassung)
„German Platform for the Reconstruction of Ukraine […] provides information about the German government's advisory, networking and support programmes“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 5 Amtliche Quelle
Workshop Wirtschaftliches Engagement für den Wiederaufbau in Syrien (Präsentation, 21. April 2026)
„Workshop Wirtschaftliches Engagement für den Wiederaufbau in Syrien […] Arbeitsgruppen: 1) Vertrauen & Netzwerk 2) Wissen & Standards 3) Kapital & Finanzierung“
Quelle: Original (neues Fenster)
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Beleg 6 Amtliche Quelle
Investitionsgarantien der Bundesrepublik Deutschland. Jahresbericht 2025
„Die Bundesregierung ist weiterhin bereit, deutsche Investitionen in der Ukraine durch Investitionsgarantien – einschließlich der Absicherung des Kriegsrisikos – zu unterstützen. […] Wie in den beiden Vorjahren 2023 und 2024 war auch im Berichtsjahr 2025 die Ukraine erneut das Land mit den weltweit meisten genehmigten Anträgen (11).“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 7 Amtliche Quelle
Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 6. Oktober 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung, Frage 75 (Antwort StS Dr. Bernhard Kotsch, AA, vom 8. Oktober 2025), Drs. 21/2141
„Eine systematische Auswertung erfolgt ressortübergreifend unter Federführung der jeweils betroffenen Ressorts. Dabei werden die einzelnen Handlungsempfehlungen im Hinblick auf ihre rechtliche, organisatorische und finanzielle Umsetzbarkeit bewertet.“
Quelle: Original (neues Fenster)
Abkürzungen auf dieser Seite (5)
- AA
- Auswärtiges Amt
- BMWE
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
- BMZ
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- Drs.
- Drucksache, ein amtliches Dokument des Bundestags oder des Bundesrats
- StS
- Staatssekretärin oder Staatssekretär