Empfehlung 55 von 72 · Stand der Umsetzung
Wiederaufbau mit Blick auf Wirtschaft und lokale Unternehmen planen
Ein Teil dessen, was die Empfehlung verlangt, ist erfüllt, ein anderer nicht.
- Status freigegeben am
- 7. November 2026
- Zuletzt geprüft
- 7. November 2026
- Nächste Prüfung geplant
- 15. Januar 2027
Hinweis: Dieser Eintrag wurde seit mehr als zwölf Monaten nicht geprüft. Der Stand kann veraltet sein.
Stand der Umsetzung · eigene Recherche Diese Seite zeigt unsere eigene Recherche zum Stand heute. Sie ist keine Aussage des Bundestags. Wie wir prüfen
Was die Kommission empfohlen hat
„Die Wiederaufbaustrategie sollte neben der staatlichen Grundversorgung (Gesundheit, staatliche Verwaltung, Bildung) auch das zukünftige Wirtschaftsmodell berücksichtigen. Die Wirtschaftsförderung sollte die Verbesserung von Rahmenbedingungen für private Investitionen anstreben sowie den lokalen und regionalen Privatsektor und Handel stärken.“
Quelle: Drs. 20/14500, S. 45 (Original, neues Fenster) · Bericht der Enquete-Kommission vom 27. Januar 2025
Warum die Kommission das empfiehlt und wer anderer Meinung war →
Woran wir die Umsetzung messen
Als umgesetzt gilt, wenn Wiederaufbaustrategien neben der staatlichen Grundversorgung (Gesundheit, Verwaltung, Bildung) das künftige Wirtschaftsmodell berücksichtigen und die Wirtschaftsförderung auf bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen und die Stärkung des lokalen und regionalen Privatsektors und Handels ausgerichtet ist.
Abgeleitet aus dem Wortlaut und der Begründung im Bericht. Den Maßstab hat die Redaktion festgelegt, nicht die Kommission.
Was wir geprüft haben
Jede Prüffrage mit unserer Antwort und dem, was die Belege zeigen. Gewertet werden nur Schritte seit dem 27. Januar 2025.
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Enthalten Wiederaufbaustrategien für Konflikt- und Postkonfliktländer einen Teil zum künftigen Wirtschaftsmodell und zu wachstumsfähigen Sektoren?
Antwort: Teilweise
Der BMZ-Reformplan (Januar 2026) beschreibt Wiederaufbau als Abfolge von Grundversorgung, Infrastruktur und langfristiger Partnerschaft und hält fest, dass die Förderung lokaler Märkte, Beschäftigung und privater Investitionen eng mit sozialem Wiederaufbau zu verzahnen sei. Die BMZ-Länderseite zu Syrien nennt neben Bildung und Gesundheit auch wirtschaftliche Entwicklung als Schwerpunkt. Eigenständige, veröffentlichte Wiederaufbaustrategien je Land mit einem Teil zum künftigen Wirtschaftsmodell und zu wachstumsfähigen Sektoren wurden nicht gefunden.
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Gibt es Förderinstrumente für den lokalen und regionalen Privatsektor in diesen Ländern, etwa Garantie- und Absicherungsmechanismen oder Zugang zu Finanzierung?
Antwort: Teilweise
Für die Ukraine nennt das BMZ Kredite für vom Krieg betroffene kleine und mittlere Unternehmen sowie einen europäischen Fonds zur Finanzierung privatwirtschaftlicher Wiederaufbauprojekte. Für Syrien wurden keine vergleichbaren Instrumente zur Finanzierung des lokalen Privatsektors gefunden; belegt sind dort Vorhaben zu Handelsinfrastruktur mit UNDP. Haushaltsansätze im Einzelplan 23 wurden für diesen Zweck nicht gesondert ausgewertet.
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Wird die Diversifizierung der Wirtschaft unterstützt (laut Umsetzungsteil)?
Antwort: Unklar
Der Reformplan benennt unzureichende wirtschaftliche Diversifizierung als Herausforderung vieler Partnerländer, allerdings im allgemeinen Teil zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit und ohne Bezug auf Konflikt- oder Postkonfliktländer. Projektbezogene Belege für Diversifizierungsförderung in solchen Ländern wurden in Transparenzportalen nicht ausgewertet.
Beleg: 5
Was wann geschah
- 27. Januar 2025 Die Enquete-Kommission legt ihren Bericht vor. Ab hier zählen Schritte als Umsetzung.
- 8. Oktober 2025 Antwort auf eine Anfrage Die Bundesregierung teilt auf eine Schriftliche Frage mit, dass der Abschlussbericht der Enquete-Kommission ressortübergreifend unter Federführung der betroffenen Ressorts ausgewertet wird und sie danach über Folgemaßnahmen entscheidet. Beleg: 6
- Januar 2026 Strategie Das BMZ legt den Reform- und Strategieplan „Zukunft zusammen global gestalten“ vor; Wiederaufbau in Syrien, der Ukraine und perspektivisch Gaza wird Schwerpunkt, private Investitionen gelten als Stabilitätsfaktor. Beleg: 1
- 18. Februar 2026 Antwort auf eine Anfrage Die Bundesregierung beziffert ihre Zusagen für den Wiederaufbau Syriens im Jahr 2025 auf 218 Mio. Euro. Beleg: 4
- 24. Juni 2026 Sonstiges Die BMZ-Länderseite zur Ukraine (Stand 24.06.2026) beschreibt Kredite für kriegsbetroffene KMU und einen Fonds für privatwirtschaftliche Wiederaufbauprojekte. Beleg: 3
Belege
Die entscheidende Stelle steht jeweils im Wortlaut. Die Links führen zum Original und, wo vorhanden, zu einer Archivkopie.
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Beleg 1 Amtliche Quelle
Zukunft zusammen global gestalten. Reform- und Strategieplan des BMZ
„Die Förderung lokaler Märkte, Beschäftigung und privater Investitionen ist ein zentraler Stabilitätsfaktor und muss eng mit sozialem Wiederaufbau und Friedensförderung verzahnt werden. […] Die deutsche Entwicklungspolitik konzentriert sich auf den Wiederaufbau in Syrien, Ukraine und perspektivisch in Gaza.“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 2 Amtliche Quelle
Syrien (Länderseite des BMZ)
„Wasserversorgung und wirtschaftliche Entwicklung […] In Zusammenarbeit mit UNDP werden Handelsinfrastrukturen energieeffizient wiederhergestellt“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 3 Amtliche Quelle
Ukraine (Länderseite des BMZ, englische Fassung)
„The NDI provides loans to SMEs severely affected by the war, for example in the agricultural sector, […] The Fund is intended to facilitate the financing of private-sector reconstruction projects in Ukraine.“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 4 Amtliche Quelle
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Geplantes Engagement der Bundesrepublik Deutschland für den Wiederaufbau Syriens“, Drs. 21/4245
„Die Bundesregierung hat im Jahr 2025 Zusagen von 218 Mio. Euro für den Wiederaufbau Syriens gemacht. Die Zusagen für das Jahr 2026 stehen noch nicht fest.“
Quelle: Original (neues Fenster)
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Beleg 5 Amtliche Quelle
Zukunft zusammen global gestalten. Reform- und Strategieplan des BMZ
„Daneben sind viele Länder des Globalen Südens mit unzureichender wirtschaftlicher Diversifizierung und lokaler Produktion konfrontiert“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 6 Amtliche Quelle
Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 6. Oktober 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung, Frage 75 (Antwort StS Dr. Bernhard Kotsch, AA, vom 8. Oktober 2025), Drs. 21/2141
„Eine systematische Auswertung erfolgt ressortübergreifend unter Federführung der jeweils betroffenen Ressorts. Dabei werden die einzelnen Handlungsempfehlungen im Hinblick auf ihre rechtliche, organisatorische und finanzielle Umsetzbarkeit bewertet.“
Quelle: Original (neues Fenster)
Abkürzungen auf dieser Seite (7)
- AA
- Auswärtiges Amt
- BMZ
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- Drs.
- Drucksache, ein amtliches Dokument des Bundestags oder des Bundesrats
- KMU
- kleine und mittlere Unternehmen
- Mio.
- Millionen
- StS
- Staatssekretärin oder Staatssekretär
- UNDP
- Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen