Empfehlung 62 von 72 · Stand der Umsetzung
Bundeswehr-Fähigkeiten passend zur Lage und zum Auftrag bereithalten
Ein Teil dessen, was die Empfehlung verlangt, ist erfüllt, ein anderer nicht.
- Status freigegeben am
- 7. November 2026
- Zuletzt geprüft
- 7. November 2026
- Nächste Prüfung geplant
- 15. Januar 2027
Hinweis: Dieser Eintrag wurde seit mehr als zwölf Monaten nicht geprüft. Der Stand kann veraltet sein.
Stand der Umsetzung · eigene Recherche Diese Seite zeigt unsere eigene Recherche zum Stand heute. Sie ist keine Aussage des Bundestags. Wie wir prüfen
Was die Kommission empfohlen hat
„Einsatzrelevante Fähigkeiten der Bundeswehr sollten lageangemessen identifiziert und auftragsgerecht vorgehalten werden.“
Quelle: Drs. 20/14500, S. 49 (Original, neues Fenster) · Bericht der Enquete-Kommission vom 27. Januar 2025
Warum die Kommission das empfiehlt und wer anderer Meinung war →
Woran wir die Umsetzung messen
Als umgesetzt gilt, wenn das BMVg einsatzrelevante Fähigkeiten für Kriseneinsätze lageangemessen identifiziert und auftragsgerecht vorhält, sodass laut Umsetzungsteil Auftrag und Sicherheitslage den Kräfteansatz bestimmen und die Fähigkeiten zum Schutz der Einsatzkräfte dynamisch an die Lage angepasst werden können.
Abgeleitet aus dem Wortlaut und der Begründung im Bericht. Den Maßstab hat die Redaktion festgelegt, nicht die Kommission.
Was wir geprüft haben
Jede Prüffrage mit unserer Antwort und dem, was die Belege zeigen. Gewertet werden nur Schritte seit dem 27. Januar 2025.
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Weisen Planungsdokumente des BMVg Fähigkeiten für das Internationale Krisenmanagement neben der Landes- und Bündnisverteidigung aus?
Antwort: Teilweise
Der öffentliche Teil der Gesamtkonzeption militärische Verteidigung (April 2026) nennt als Auftrag neben dem Kernauftrag Landes- und Bündnisverteidigung das Stabilisieren und den Aufbau resilienter Partner als Beitrag zum Internationalen Krisenmanagement. Die Bundeswehr halte Fähigkeitsbeiträge für Internationales Krisenmanagement im Rahmen von VN und GSVP bereit. Welche Fähigkeiten das sind, steht im eingestuften Fähigkeitsprofil und ist nicht öffentlich.
Beleg: 1
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Werden Kräfteansatz und Fähigkeiten in Mandatsanträgen aus Auftrag und Sicherheitslage hergeleitet?
Antwort: Teilweise
Der UNIFIL-Mandatsantrag vom Mai 2026 leitet die Aufgaben der Bundeswehr aus dem operativen Auftrag der Mission ab, stellt sie unter den Vorbehalt der Sicherheitslage und listet die bereitgehaltenen Fähigkeiten getrennt nach Mandatsphasen. Er begründet etwa die Aussetzung der Ausbildung im März 2026 mit der Bedrohungslage. Eine ausdrückliche Herleitung der Personalobergrenze aus der Lage enthält der Text nicht.
Beleg: 2
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Wurden in Einsätzen erkannte Fähigkeitslücken, laut Begründung etwa beim Schutz gegen Beschuss, bei Luftunterstützung oder Aufklärung, geschlossen?
Antwort: Teilweise
Der Wehrbeauftragte berichtet für 2025, dass die Bundeswehr zum Schutz vor größeren Drohnen und Raketen Flugabwehrsysteme beschafft und die Beschaffung von Drohnen wie Heron TP auf den Weg gebracht wurde; er bewertet die Bemühungen als noch nicht ausreichend. Ein Bezug zu konkreten Einsatzerfahrungen im Internationalen Krisenmanagement wird dort nicht hergestellt.
Beleg: 3
Was wann geschah
- 27. Januar 2025 Die Enquete-Kommission legt ihren Bericht vor. Ab hier zählen Schritte als Umsetzung.
- 8. Oktober 2025 Antwort auf eine Anfrage Die Bundesregierung teilt mit, der Enquete-Bericht werde ressortübergreifend ausgewertet; danach entscheide sie über Folgemaßnahmen. Beleg: 4
- 3. März 2026 Bericht Jahresbericht 2025 des Wehrbeauftragten zu Flugabwehr, Drohnenabwehr und Drohnenbeschaffung. Beleg: 3
- April 2026 Strategie Der Generalinspekteur zeichnet die erste Militärstrategie und das Fähigkeitsprofil der Bundeswehr; das BMVg veröffentlicht den offenen Teil als Gesamtkonzeption militärische Verteidigung. Beleg: 1
- 6. Mai 2026 Beschluss Mandatsantrag zur Fortsetzung der Beteiligung an UNIFIL mit nach Phasen getrennten Fähigkeiten und Aufgaben unter Vorbehalt der Sicherheitslage. Beleg: 2
Belege
Die entscheidende Stelle steht jeweils im Wortlaut. Die Links führen zum Original und, wo vorhanden, zu einer Archivkopie.
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Beleg 1 Amtliche Quelle
Gesamtkonzeption militärische Verteidigung. Militärstrategie und Plan für die Streitkräfte (öffentlicher Teil)
„Die Bundeswehr setzt diese militärstrategische Priorität unter anderem um, indem sie regionale Partner stärkt und Fähigkeitsbeiträge für Internationales Krisenmanagement, im Rahmen der Vereinten Nationen sowie der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU, bereithält.“
Quelle: Original (neues Fenster)
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Beleg 2 Amtliche Quelle
Antrag der Bundesregierung: Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der „United Nations Interim Force in Lebanon“ (UNIFIL)
„Im Rahmen des operativen Auftrages der Mission ergeben sich für die Bundeswehr bis zum 31. Dezember 2026 in Abhängigkeit der Sicherheitslage unter anderem folgende Aufgaben“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 3 Amtliche Quelle
Unterrichtung durch den Wehrbeauftragten: Jahresbericht 2025 (67. Bericht)
„Zum Schutz vor größeren Drohnen sowie Raketen beschafft die Bundeswehr Flugabwehrsysteme, wie beispielsweise Skyranger 30 und das Raketenabwehrsystem Arrow 3. Diese Bemühungen sind allerdings noch nicht ausreichend.“
Quelle: Original (neues Fenster)
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Beleg 4 Amtliche Quelle
Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 6. Oktober 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung, Frage 75 (Auswertung des Abschlussberichts der Enquete-Kommission)
„Eine systematische Auswertung erfolgt ressortübergreifend unter Federführung der jeweils betroffenen Ressorts. Dabei werden die einzelnen Handlungsempfehlungen im Hinblick auf ihre rechtliche, organisatorische und finanzielle Umsetzbarkeit bewertet.“
Quelle: Original (neues Fenster)
Abkürzungen auf dieser Seite (4)
- BMVg
- Bundesministerium der Verteidigung
- GSVP
- Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union
- UNIFIL
- Friedenstruppe der Vereinten Nationen im Libanon
- VN
- Vereinte Nationen