Empfehlung 61 von 72 · Stand der Umsetzung
Krisenmanagement gemeinsam, ganzheitlich und angepasst an die Lage vor Ort
Die Regierung hat es angekündigt, etwa im Koalitionsvertrag, aber noch keinen konkreten Schritt gemacht.
- Status freigegeben am
- 7. November 2026
- Zuletzt geprüft
- 7. November 2026
- Nächste Prüfung geplant
- 15. Januar 2027
Hinweis: Dieser Eintrag wurde seit mehr als zwölf Monaten nicht geprüft. Der Stand kann veraltet sein.
Stand der Umsetzung · eigene Recherche Diese Seite zeigt unsere eigene Recherche zum Stand heute. Sie ist keine Aussage des Bundestags. Wie wir prüfen
Was die Kommission empfohlen hat
„Internationales Krisenmanagement sollte prinzipiell ressortgemeinsam, ganzheitlich und konfliktsensibel gemäß den lokalen Gegebenheiten erfolgen.“
Quelle: Drs. 20/14500, S. 49 (Original, neues Fenster) · Bericht der Enquete-Kommission vom 27. Januar 2025
Warum die Kommission das empfiehlt und wer anderer Meinung war →
Woran wir die Umsetzung messen
Als umgesetzt gilt, wenn Internationales Krisenmanagement nachweisbar ressortgemeinsam, ganzheitlich und konfliktsensibel nach den lokalen Gegebenheiten erfolgt, laut Umsetzungsteil u. a. mit den Grundsätzen Local Ownership und Do No Harm, längeren Rotationszyklen für Führungskräfte und kontextsensiblen Konzepten, die vor Einsatzbeginn mit soziokultureller Expertise erarbeitet werden.
Abgeleitet aus dem Wortlaut und der Begründung im Bericht. Den Maßstab hat die Redaktion festgelegt, nicht die Kommission.
Zählt nicht als Umsetzung
Ausgangslage: Was es schon vor dem Bericht gab
Die Grundsätze Local Ownership und Do No Harm stehen seit 2017 in den Leitlinien der Bundesregierung (Beleg 1, Beleg 2); das ZIF bietet dazu Trainings an (Beleg 3). Das ist Ausgangslage.
Was wir geprüft haben
Jede Prüffrage mit unserer Antwort und dem, was die Belege zeigen. Gewertet werden nur Schritte seit dem 27. Januar 2025.
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Sind Local Ownership und Do No Harm in Leitlinien und Einsatzplanungen der Ressorts verankert?
Antwort: Nein
Ausgangslage: Die Leitlinien von 2017 benennen die Grundsätze Local Ownership und Do No Harm; das ZIF bietet ein Anwendertraining zu Do No Harm an. Seit dem Bericht ist nur eine Weiterentwicklung der Leitlinien angekündigt (April 2025, Koalitionsvertrag); ob die Grundsätze in Einsatzplanungen nach 2025 verankert sind, lässt sich nicht feststellen.
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Wurden Rotationszyklen für Führungskräfte in Einsätzen verlängert oder Stehzeiten flexibilisiert?
Antwort: Unklar
Zu einer Verlängerung von Rotationszyklen oder einer Flexibilisierung von Stehzeiten für Führungskräfte in Einsätzen wurden keine Erlasse oder Antworten der Bundesregierung gefunden.
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Liegt vor neuen Einsätzen eine Konfliktanalyse mit soziokultureller Expertise vor, die die Ressorts gemeinsam nutzen?
Antwort: Unklar
Die geprüften Mandatsanträge (Irak, Südsudan) beschreiben Lage und integrierten Ansatz, verweisen aber nicht auf eine gemeinsam genutzte Konfliktanalyse mit soziokultureller Expertise. Ob eine solche Analyse intern vorliegt, ist öffentlich nicht belegt.
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Gibt es einen strategischen Austausch mit deutschen zivilgesellschaftlichen Organisationen in den Einsatzländern?
Antwort: Unklar
Zu einem strategischen Austausch mit deutschen zivilgesellschaftlichen Organisationen in den Einsatzländern wurden keine Belege gefunden.
Was wann geschah
- 14. Juni 2017 Strategie · Ausgangslage Ausgangslage vor dem Bericht: Die Bundesregierung beschließt die Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“. Beleg: 2
- 27. Januar 2025 Die Enquete-Kommission legt ihren Bericht vor. Ab hier zählen Schritte als Umsetzung.
- 2. April 2025 Ankündigung Das Auswärtige Amt kündigt für 2025 eine Weiterentwicklung der Leitlinien an. Eine überarbeitete Fassung wurde bei der Recherche nicht gefunden. Beleg: 4
- 5. Mai 2025 Ankündigung Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD kündigt an, den integrierten Ansatz durch eine bessere Zusammenarbeit von AA, BMZ und BMVg zu stärken. Beleg: 7
- 8. Oktober 2025 Antwort auf eine Anfrage Die Bundesregierung teilt auf eine Schriftliche Frage mit, dass der Abschlussbericht der Enquete-Kommission ressortübergreifend unter Federführung der betroffenen Ressorts ausgewertet wird und sie danach über Folgemaßnahmen entscheidet. Beleg: 8
- 10. Dezember 2025 Beschluss Der Mandatsantrag zur Fortsetzung des Einsatzes in Irak beschreibt das Ziel, durch einen integrierten Ansatz zur Stabilisierung beizutragen. Beleg: 5
- 30. September 2026 Beschluss Der Mandatsantrag zu UNMISS nennt die Entsendung von zivilem Personal und Polizeikräften im Sinne des integrierten Ansatzes. Beleg: 6
Belege
Die entscheidende Stelle steht jeweils im Wortlaut. Die Links führen zum Original und, wo vorhanden, zu einer Archivkopie.
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Beleg 1 Amtliche Quelle
Leitlinien der Bundesregierung „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ (Abschnitt zu Legitimität und Teilhabe)
„Das ist mit dem internationalen Grundsatz Local Ownership gemeint.“
Quelle: Original (neues Fenster)
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Beleg 2 Amtliche Quelle
Leitlinien der Bundesregierung „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ (Abschnitt zu Monitoring und Evaluierung)
„Dies entspricht auch dem Grundsatz, nicht beabsichtigte Wirkungen eines Engagements frühzeitig zu erkennen und abzuwenden (Do No Harm).“
Quelle: Original (neues Fenster)
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Beleg 3 Amtliche Quelle
ZIF: Trainingskurse, Abruf am 7. November 2026
„Do No Harm - ein Anwender:innen Training: Vom humanitären Engagement lernen“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 4 Amtliche Quelle
Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ (Seite des Auswärtigen Amts, Abschnitt Ausblick)
„Aus diesem Grund ist für das Jahr 2025 eine Weiterentwicklung der Leitlinien vorgesehen.“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 5 Amtliche Quelle
Antrag der Bundesregierung: Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte in Irak (Drs. 21/3206), Abschnitt Auftrag und Aufgaben
„Ziel des deutschen Engagements ist es, durch einen integrierten Ansatz zu einer umfassenden und nachhaltigen Stabilisierung der Region, insbesondere des ehemaligen IS-Kerngebietes in Irak, beizutragen.“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 6 Amtliche Quelle
Antrag der Bundesregierung: Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der Mission der Vereinten Nationen in Südsudan (UNMISS) (Drs. 21/8293)
„Die Bundesregierung entsendet im Sinne des integrierten Ansatzes zudem ziviles Personal sowie Polizistinnen und Polizisten in die Mission“
Quelle: Original (neues Fenster)
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Beleg 7 Amtliche Quelle
Verantwortung für Deutschland. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, 21. Legislaturperiode, Zeilen 4227 bis 4229
„Wir werden den integrierten Ansatz durch eine bessere Zusammenarbeit von AA, BMZ und BMVg stärken, kohärent aufeinander abstimmen und entlang unserer Interessen ausrichten.“
Quelle: Original (neues Fenster) · Archivkopie (neues Fenster)
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Beleg 8 Amtliche Quelle
Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 6. Oktober 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung (Drs. 21/2141), Frage 75, Antwort des Staatssekretärs Dr. Bernhard Kotsch vom 8. Oktober 2025
„Eine systematische Auswertung erfolgt ressortübergreifend unter Federführung der jeweils betroffenen Ressorts. Dabei werden die einzelnen Handlungsempfehlungen im Hinblick auf ihre rechtliche, organisatorische und finanzielle Umsetzbarkeit bewertet.“
Quelle: Original (neues Fenster)
Abkürzungen auf dieser Seite (9)
- AA
- Auswärtiges Amt
- BMVg
- Bundesministerium der Verteidigung
- BMZ
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- CDU
- Christlich Demokratische Union Deutschlands
- CSU
- Christlich-Soziale Union in Bayern
- Drs.
- Drucksache, ein amtliches Dokument des Bundestags oder des Bundesrats
- SPD
- Sozialdemokratische Partei Deutschlands
- UNMISS
- Mission der Vereinten Nationen im Südsudan
- ZIF
- Zentrum für Internationale Friedenseinsätze