Empfehlung 63 von 72 · Enquete-Kommission
Erfahrungen aus Einsätzen gemeinsam als Frühwarnsystem nutzen
Menschen, die im Einsatz waren, wissen viel über die Lage vor Ort. Dieses Wissen soll von allen Ministerien gemeinsam genutzt werden, um Probleme früh zu erkennen.
Woher weiß die Regierung, was vor Ort wirklich passiert?
Welche Empfehlung zu welcher großen Frage gehört, hat die Redaktion festgelegt. Die Kommission selbst hat keine solche Zuordnung getroffen.
- Befund · Bericht · was die Berichte festgestellt haben
Warum die Kommission das empfiehlt
Laut Begründung erfordern Personalrotation und die Komplexität integrierter Engagements vorgehaltenes Wissen. Die systematische Bereitstellung von Einsatzerkenntnissen, etwa über das bundeswehrinterne Informationssystem Einsatzerfahrungen, sei ein bislang kaum genutzter Erfahrungsschatz, der als Frühwarnsystem und kritisches Feedback zur Lage dienen könne.
Zusammenfassung der Redaktion
Begründung der Kommission · Originalstelle „Begründung: Die multidimensionale Natur jedes integrierten Engagements und die praktisch unvermeidliche Personalrotation in Missionen, Auslandsvertretungen und Ressorts erfordern ein hohes Maß an vorgehaltenem Wissen und qualifiziertem …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Begründung: Die multidimensionale Natur jedes integrierten Engagements und die praktisch unvermeidliche Personalrotation in Missionen, Auslandsvertretungen und Ressorts erfordern ein hohes Maß an vorgehaltenem Wissen und qualifiziertem Personal. Die systematische Bereitstellung frischer Erkenntnisse aus Einsätzen – wie beispielsweise über das positiv zu bewertende bundeswehrinterne „Informationssystem Einsatzerfahrungen Bundeswehr“ (Info- Sys EEBw) – ist dabei ein bislang kaum genutzter Erfahrungsschatz. Erfahrungswissen sollte als „Frühwarnsystem“ für lokale Entwicklungen und als kritisches Feedback zur Lage genutzt werden.“
Belege aus den Berichten:
Kritische Rückmeldungen aus Afghanistan in Berlin unzureichend berücksichtigt; keine objektive ressortübergreifende Kontrolle
Bewertung
Originalstelle „Gesammelte Informationen aus Afghanistan wurden durch die deutschen Ministerien zwar bis in die zivilen, militärischen und politischen …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Gesammelte Informationen aus Afghanistan wurden durch die deutschen Ministerien zwar bis in die zivilen, militärischen und politischen Entscheidungsebenen weitergeleitet; kritische und mahnende Rückmeldungen von vor Ort wurden jedoch in der Regierung unzureichend berücksichtigt. Es fand keine objektive ressortübergreifende Kontrolle des bundesdeutschen Engagements bzw. Einsatzes in Afghanistan statt. Jedoch gab und gibt es die Verpflichtung, dass alle Ressorts, die im Ausland arbeiten, ihre Aktivitäten mit dem Auswärtigen Amt abstimmen müssen. Umgekehrt gibt es keine Pflicht der reziproken Abstimmung, noch nicht einmal der Information über eigene Aktivitäten.“
Quelle: Drs. 20/10400, S. 18 (Original, neues Fenster) · Belegkarte
- Empfehlung · Wortlaut
Was die Kommission empfiehlt
„Wissen und Erfahrungen aus Engagements sollten systematisch ressortgemeinsam als Frühwarnsystem genutzt werden.“
Quelle: Drs. 20/14500, S. 50 (Original, neues Fenster) · Belegkarte
An wen sich die Empfehlung richtet
- Bundesregierung (alle Ressorts)
Zuordnung der Redaktion, S. 50–51 · unklar
Der Wortlaut verlangt ressortgemeinsame Nutzung, nennt aber keinen Adressaten.
- Bundesregierung (alle Ressorts)
- Stand der Umsetzung · eigene Recherche
Was daraus wurde
Keine öffentliche Information
Es gibt keine öffentlich überprüfbaren Informationen, oder es gab seit dem Bericht keinen Anlass, an dem sich die Empfehlung prüfen ließe.
Zuletzt geprüft am 7. November 2026. Eigene Recherche von Bridge the Gap, keine Aussage der Kommission.