Bridge the Gap.

Empfehlung 53 von 72 · Enquete-Kommission

Korruption als gemeinsame Aufgabe aller Ministerien behandeln

Bestechung und Vetternwirtschaft können Hilfe zunichtemachen und Vertrauen zerstören. Alle beteiligten Ministerien sollen dieses Problem gemeinsam angehen.

Ziehen die Ministerien an einem Strang?

Zuordnung der Redaktion · unklarVerlangt, Korruption als Querschnittsthema zwischen den Ressorts zu behandeln; Kernthema ist Korruption, nicht die Ressortkoordinierung.

Welche Empfehlung zu welcher großen Frage gehört, hat die Redaktion festgelegt. Die Kommission selbst hat keine solche Zuordnung getroffen.

  1. Befund · Bericht · was die Berichte festgestellt haben

    Warum die Kommission das empfiehlt

    Die Kommission stellt fest, dass Korruption, Klientelismus und Patronage in Afghanistan „enorm“ gewirkt und den Wiederaufbau behindert hätten; umfangreiche Mittel hätten Rentierverhalten und klientelistische Strukturen gefördert. Daher brauche es ein zwischen den Ressorts abgestimmtes Verständnis im Umgang damit, möglichst vor Einsatzbeginn.

    Zusammenfassung der Redaktion

    Begründung der Kommission · Originalstelle
    „Begründung: Die Auswirkungen von Korruption, Klientelismus und Patronage in Afghanistan waren enorm und behinderten den Wiederaufbau des Landes immens. In hohem Umfang zur Verfügung gestellte Mittel beförderten das Rentierverhalten des …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
    „Begründung: Die Auswirkungen von Korruption, Klientelismus und Patronage in Afghanistan waren enorm und behinderten den Wiederaufbau des Landes immens. In hohem Umfang zur Verfügung gestellte Mittel beförderten das Rentierverhalten des afghanischen Staates und staatli cher wie nichtstaatlicher Akteure. Klientelistische Strukturen wurden alimentiert. Daher ist es notwendig, in zukünftigen IKM-Einsätzen ein kohärentes, zwischen den Ressorts abgestimmtes Verständnis im Umgang mit Korruption, Klientelismus und Patronage zu entwickeln – im Idealfall vor Beginn eines Einsatzes.“

    Quelle: Drs. 20/14500, S. 44–45 (Original, neues Fenster)

    Belege aus den Berichten:

    Korruption, Klientelismus und Patronage hatten in Afghanistan „enorme” Auswirkungen und alimentierten Rentierverhalten

    Feststellung

    Originalstelle
    „Die Auswirkungen von Korruption, Klientelismus und Patronage in Afghanistan waren enorm und behinderten den Wiederaufbau des Landes immens. In hohem …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
    „Die Auswirkungen von Korruption, Klientelismus und Patronage in Afghanistan waren enorm und behinderten den Wiederaufbau des Landes immens. In hohem Umfang zur Verfügung gestellte Mittel beförderten das Rentierverhalten des afghanischen Staates und staatlicher wie nichtstaatlicher Akteure. Klientelistische Strukturen wurden alimentiert.“

    Quelle: Drs. 20/14500, S. 44 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

    Korruption von Beginn an bekannt und toleriert; westliches Ansehen nachhaltig beschädigt

    Bewertung

    Erheblich zur exzessiven Korruption beigetragen hat die zeitweilig regelrechte Flutung des Landes mit Wiederaufbaugeldern, weit über alle Absorptionsfähigkeiten hinaus. Die alle Bereiche und Ebenen umfassende Korruption war von Beginn an bekannt, wurde toleriert und seitens der westlichen Staatengemeinschaft nicht konsequent bekämpft, zum Teil sogar unbeabsichtigt befördert. Das hat das Ansehen der westlichen Akteure in Afghanistan nachhaltig beschädigt.

    Originalstelle
    „Die alle Bereiche und Ebenen umfassende Korruption war von Beginn an bekannt, wurde toleriert und seitens der westlichen Staatengemeinschaft nicht …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
    „Die alle Bereiche und Ebenen umfassende Korruption war von Beginn an bekannt, wurde toleriert und seitens der westlichen Staatengemeinschaft nicht konsequent und nachhaltig bekämpft, zum Teil sogar unbeabsichtigt befördert. Das hat das Ansehen der westlichen Akteure in Afghanistan nachhaltig beschädigt.“

    Quelle: Drs. 20/10400, S. 63–64 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

  2. Empfehlung · Wortlaut

    Was die Kommission empfiehlt

    „In zukünftigen Kriseneinsätzen sollten die involvierten Ressorts Korruption, Klientelismus und Patronage als zentrale Herausforderung adressieren und als Querschnittsthema zwischen den Ressorts behandeln. Hierbei geht es nicht allein um die zweckentsprechende Verwendung von Mitteln, sondern auch um das Vertrauen der betroffenen Bevölkerung in die Glaubwürdigkeit des Kriseneinsatzes.“

    Quelle: Drs. 20/14500, S. 44 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

    An wen sich die Empfehlung richtet

    • Bundesregierung (beteiligte Ressorts)
      steht im Wortlaut, S. 44Der Wortlaut nennt „die involvierten Ressorts“.
  3. Stand der Umsetzung · eigene Recherche

    Was daraus wurde

    Keine öffentliche Information

    Es gibt keine öffentlich überprüfbaren Informationen, oder es gab seit dem Bericht keinen Anlass, an dem sich die Empfehlung prüfen ließe.

    Zuletzt geprüft am 7. November 2026. Eigene Recherche von Bridge the Gap, keine Aussage der Kommission.

    Was wir geprüft haben, mit allen Belegen →