Empfehlung 47 von 72 · Enquete-Kommission
Wissen über die Wirkung von Einsätzen systematisch sammeln und nutzen
Was man über die Wirkung von Einsätzen schon weiß, soll besser genutzt werden, damit Fehler sich nicht wiederholen. Dafür soll das Wissen geordnet gesammelt werden.
Wie lernt Deutschland aus Fehlern?
Welche Empfehlung zu welcher großen Frage gehört, hat die Redaktion festgelegt. Die Kommission selbst hat keine solche Zuordnung getroffen.
- Befund · Bericht · was die Berichte festgestellt haben
Warum die Kommission das empfiehlt
Die Begründung beschreibt jeden Einsatz als Lernprozess; Geschichte, Kultur und Werte eines Einsatzlandes sollten vorab studiert und das Wissen fortlaufend erweitert und in die Planung einbezogen werden. Ansätze in den Ressorts seien erkennbar (z. B. PREVIEW, Stabilisierungs-Risiko-Analyse, portfolio.atlas, GovLabDe). Mehr geteiltes Wissen führe aber nicht zwangsläufig dazu, dass es auch genutzt werde.
Zusammenfassung der Redaktion
Begründung der Kommission · Originalstelle „Die Anstrengungen in den Ressorts, mehr Wissen zur Krisenfrüherkennung und -bewältigung sowie zum Umgang mit Risiken und unerwünschten Nebeneffekten zu verarbeiten, sind bereits erkennbar (beispielhaft seien genannt: PREVIEW-Portal …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Die Anstrengungen in den Ressorts, mehr Wissen zur Krisenfrüherkennung und -bewältigung sowie zum Umgang mit Risiken und unerwünschten Nebeneffekten zu verarbeiten, sind bereits erkennbar (beispielhaft seien genannt: PREVIEW-Portal; Stabilisierungs-Risiko-Analyse; außenpolitisches Kontextmonitoring; Gemeinsame Analyse und abgestimmte Planung). Die Einführung von Wissensmanagementsystemen (z. B. der „ portfolio.atlas“ des AA, der alle auslandsbezogenen Fördermaßnahmen des Bundes erfassen soll, oder das ressortübergreifende Wissensportal „GovLabDe“ des BMI) wäre ein notwendiger, aber nicht hinreichender Schritt. Denn: Dass mehr Wissen über technische Systeme geteilt wird, führt nicht zwangsläufig dazu, dass dieses Wissen aktiv genutzt wird.“
Belege aus den Berichten:
Wissensbestände zu Afghanistan wurden nicht systematisch aufgebaut
Bewertung
Originalstelle „Das, was es an Wissensbeständen gab, wurde also nicht einbezogen, und eigentlich hat man sich bis heute nie bemüht, gezielt Wissensbestände zu Afghanistan aufzubauen.“
Quelle: Drs. 20/10400, S. 164 (Original, neues Fenster) · Belegkarte
Fehlende Landeskenntnis und fehlende ressortgemeinsame Linie über gesamten Zeitraum
Bewertung
Landeskenntnis, historisch-kulturelles Konfliktverständnis oder vertiefte Wahrnehmung des Gastlandes war nicht vorhanden, wissenschaftliche Beratung wurde nicht ausreichend hinzugezogen. Der Begriff „Stabilisierung“ wurde durch die beteiligten Ressorts unterschiedlich ausgelegt. Damit war über den gesamten Zeitraum keine einheitliche ressortgemeinsame Linie zu erkennen. Eine Vermischung von Peacemaking, Peace enforcement und Peacekeeping wurde auf der Umsetzungsebene deutlich.
Originalstelle „Damit war über den gesamten Zeitraum des Engagements keine einheitliche ressortgemeinsame Linie zu erkennen, was zwangsläufig auch zu …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Damit war über den gesamten Zeitraum des Engagements keine einheitliche ressortgemeinsame Linie zu erkennen, was zwangsläufig auch zu Abstimmungsproblemen auf allen Ebenen führen musste. • Auf der politisch -strategischen Ebene war eine einheitlich interne und externe Kommunikation nicht erkennbar, sodass eine Vermischung von Peacemaking, Peace enforcement und Peacekeeping auf der Umsetzungsebene deutlich wurde und die übergreifende politische Zielsetzung von „ nation building“ oder „state building“ nicht erkennbar war. • Entgegen den taktischen und operativen Wirkungsanalysen und lessons learned wurde die ressortübergreifende und systematische Evaluierung vernachlässigt.“
Quelle: Drs. 20/10400, S. 53 (Original, neues Fenster) · Belegkarte
- Empfehlung · Wortlaut
Was die Kommission empfiehlt
„Das vorhandene Wissen über die Wirkungen des deutschen Engagements sollte besser genutzt werden, um Fehler zu vermeiden und strategische Ziele und operative Planungen anzupassen. Zu diesem Zweck sollte ein strukturiertes Wissensmanagement etabliert werden.“
Quelle: Drs. 20/14500, S. 41 (Original, neues Fenster) · Belegkarte
An wen sich die Empfehlung richtet
- Bundesregierung (alle Ressorts)
laut Umsetzungsteil, S. 41
Laut Umsetzungsteil soll der Wissenstransfer innerhalb der Ressorts, ressortübergreifend und in den Durchführungsorganisationen erfolgen; genannt werden u. a. AA, BMVg, BMI und BMZ.
- Bundesregierung (alle Ressorts)
- Stand der Umsetzung · eigene Recherche
Was daraus wurde
Angekündigt
Die Regierung hat es angekündigt, etwa im Koalitionsvertrag, aber noch keinen konkreten Schritt gemacht.
Zuletzt geprüft am 7. November 2026. Eigene Recherche von Bridge the Gap, keine Aussage der Kommission.
- Stimme · Fraktionen im Untersuchungsausschuss
Ähnlich in den Voten der Fraktionen
- FDP: Lernen aus Fehlern fest in allen Ministerien verankern
Votum FDP · Originalstelle „Institutionelles Lernen muss in allen Ressorts und Geschäftsbereichen fest institutionalisiert und vor allem auch gelebt werden. […] Es besteht …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Institutionelles Lernen muss in allen Ressorts und Geschäftsbereichen fest institutionalisiert und vor allem auch gelebt werden. […] Es besteht jedoch weiterhin Ausbaubedarf in der Systematik, beim Fokus und hinsichtlich der Umsetzung der sich aus den Lessons-Learned-Prozessen ergebenden Anpassungsbedarfe.“
- FDP: Lernen aus Fehlern fest in allen Ministerien verankern