Bridge the Gap.

Empfehlung 2 von 72 · Enquete-Kommission

Weltweite Sicherheitslage dauerhaft beobachten, mit Blick auf Konflikte und die Lage vor Ort

Deutschland soll die Sicherheitslage in der Welt ständig beobachten. So kann es sich früh auf mögliche Einsätze vorbereiten. Dabei soll es genau auf die Lage vor Ort achten und darauf, bestehende Konflikte nicht zu verschärfen.

Woher weiß die Regierung, was vor Ort wirklich passiert?

Welche Empfehlung zu welcher großen Frage gehört, hat die Redaktion festgelegt. Die Kommission selbst hat keine solche Zuordnung getroffen.

  1. Befund · Bericht · was die Berichte festgestellt haben

    Warum die Kommission das empfiehlt

    Laut Begründung ist kontinuierliches Monitoring von Lagebildern notwendig, um nicht durch plötzliche Entwicklungen überrascht und unter kurzfristigen Handlungszwang gesetzt zu werden. Vor einer Einsatzentscheidung brauche es ein realistisches politisch-militärisches Lagebild, ein Konfliktverständnis, eine Wirkungs- und Risikoabschätzung sowie die Identifizierung möglicher Partner im Konfliktland.

    Zusammenfassung der Redaktion

    Begründung der Kommission · Originalstelle
    „Begründung: Kontinuierliches Monitoring von Lagebildern ist zwingend notwendig, um nicht durch plötzliche negative Entwicklungen überrascht und in kurzfristigen Handlungszwang gebracht zu werden. Vor einer Einsatzentscheidung sind demnach …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
    „Begründung: Kontinuierliches Monitoring von Lagebildern ist zwingend notwendig, um nicht durch plötzliche negative Entwicklungen überrascht und in kurzfristigen Handlungszwang gebracht zu werden. Vor einer Einsatzentscheidung sind demnach ein realistisches politisch-militärisches Lagebild und Konfliktverständnis, eine Wirkungs- und Risikoabschätzung und die Identifizierung möglicher konstruktiver Partner im Konfliktland bzw. der Konfliktregion notwendig (vgl. Empfehlung 36).“

    Quelle: Drs. 20/14500, S. 15 (Original, neues Fenster)

    Belege aus den Berichten:

    Kein integriertes Lagebild; Informationen aus BND, Militär, Ortskräften und NGOs nicht ressortgemeinsam zusammengeführt

    Bewertung

    Originalstelle
    „Es lag kein umfassendes und integriertes Lagebild vor, auf dessen Basis Strategie und Maßnahmen angepasst werden konnten. Die Ministerien stützten …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
    „Es lag kein umfassendes und integriertes Lagebild vor, auf dessen Basis Strategie und Maßnahmen angepasst werden konnten. Die Ministerien stützten sich auf verschiedene Informationsquellen, darunter Nachrichtendienste, militärische Aufklärung, Ortskräfte oder auch NGOs. Jedoch wurden diese Informationen nicht ausreichend ressortgemeinsam und systematisch zu einem ganzheitlichen Gesamtüberblick zusammengeführt, um daraus Schlussfolgerungen für den Einsatz zu ziehen. Das Sammeln von Informationen mithilfe lokaler Kontakte wurde zudem dadurch erschwert, dass deutsche Einsatzkräfte, wie auch andere internationale Akteure, häufig nur einige Monate vor Ort blieben, was ein nachhaltiges Wissensmanagement erschwerte.“

    Quelle: Drs. 20/10400, S. 17–18 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

  2. Empfehlung · Wortlaut

    Was die Kommission empfiehlt

    „Die Vorbereitung komplexer vernetzter Einsätze und deutschen Engagements verlangt strategische Vorausschau mit Hilfe kontinuierlicher Beobachtung und Bewertung der weltweiten sicherheitspolitischen Lage. Sie sollte konfliktsensibel gemäß den lokalen Gegebenheiten erfolgen.“

    Quelle: Drs. 20/14500, S. 15 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

    An wen sich die Empfehlung richtet

    • Bundesregierung
      laut Umsetzungsteil, S. 15 · unklarLaut Umsetzungsteil sollen Erkenntnisse von AA, BND, militärischem Nachrichtenwesen und weiteren Ressorts ressortübergreifend ausgewertet werden; wer handelt, wird nicht bestimmt. Festlegung bei der Freigabe (07.11.2026): Adressat ist die Bundesregierung insgesamt. Ob zusätzlich das von der Enquete empfohlene Koordinierungsgremium genannt werden soll, ist offen.
  3. Stand der Umsetzung · eigene Recherche

    Was daraus wurde

    Teilweise umgesetzt

    Ein Teil dessen, was die Empfehlung verlangt, ist erfüllt, ein anderer nicht.

    Zuletzt geprüft am 7. November 2026. Eigene Recherche von Bridge the Gap, keine Aussage der Kommission.

    Was wir geprüft haben, mit allen Belegen →

  4. Stimme · Fraktionen im Untersuchungsausschuss

    Ähnlich in den Voten der Fraktionen

    • FDP: Vorausschau, Lagebild und Krisenvorsorge enger verknüpfen
      Votum FDP · Originalstelle
      „Aus Sicht der FDP-Fraktion hat die Arbeit des Ausschusses eindeutig gezeigt, dass eine stärkere und frühzeitige Verknüpfung des theoretisch …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
      „Aus Sicht der FDP-Fraktion hat die Arbeit des Ausschusses eindeutig gezeigt, dass eine stärkere und frühzeitige Verknüpfung des theoretisch angelegten Vorausschauprozesses mit der aktualitätsbezogenen Lagebildführung und dem an Handlungen ausgerichteten Krisenvorsorgeprozess wünschenswert und nötig ist.“

      Quelle: Drs. 20/14700, S. 935 (Original, neues Fenster)

    • FDP: Auch für unerwünschte Entwicklungen konkret planen
      Votum FDP · Originalstelle
      „Anknüpfend an die Empfehlung 1.4. muss die Bundesrepublik Deutschland die Fähigkeit entwickeln, Strategien und konkrete Planungen für Szenarien zu …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
      „Anknüpfend an die Empfehlung 1.4. muss die Bundesrepublik Deutschland die Fähigkeit entwickeln, Strategien und konkrete Planungen für Szenarien zu erarbeiten, die nicht dem eigenen politischen Willen entsprechen müssen, jedoch aufgrund möglicher Entwicklungen eintreten könnten. Diese Szenarien müssen auch dann ausgearbeitet werden, wenn die Bundesregierung parallel versucht, ein anderes, bevorzugtes Szenario zu realisieren.“

      Quelle: Drs. 20/14700, S. 983 (Original, neues Fenster)