Bridge the Gap.

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Stimmen aus den Anhörungen

13 wörtliche Zitate von Sachverständigen und Beteiligten. Jedes Zitat führt über „Beleg“ zur vollständigen Aussage mit Fundstelle.

„Wir akzeptieren diese Marionettenregierung in Afghanistan nicht. Sie können das nicht verstehen. Wir sind die Supermacht in Afghanistan. Wir sind die Supermacht in der Welt.“
Abbas Stanekzai Verhandlungsführer der Taliban Zu Mohammad Nateqi, Verhandlungsführer der afghanischen Republik, während der innerafghanischen Verhandlungen.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 9–10 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Wir haben diese Armee so aufgebaut, dass sie auf Unterstützung von Vertragsnehmern zurückgreifen kann. Anderenfalls kann sie nicht funktionieren. Das Spiel ist vorbei. Als die Vertragsnehmer abzogen, war es, als hätten wir alle Steine aus dem Holzstapelturm herausgezogen und erwartet, dass er stehen bleibt.“
David Barno Generalleutnant a. D., ehem. US-Kommandeur in Afghanistan Zur Frage, warum die afghanische Armee binnen Tagen kollabierte.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 16 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Wie Nero, der fiedelt, während Rom brennt.“
Vicki Aken Landesdirektorin International Rescue Committee Afghanistan Über die Stimmung im Präsidentenpalast in den Wochen vor dem Kollaps.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 10–11 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Um Himmels willen, ganze Provinzen fielen, und Ghani hielt unglaublicherweise noch immer vierstündige Sitzungen des Nationalen Beschaffungsrats ab. Stadtplanungssitzungen fanden statt, während ganze Bezirke fielen.“
Hekmat Karzai Ehem. stellvertretender Außenminister Afghanistans Über die Wirklichkeit­swahrnehmung der Ghani-Regierung im Sommer 2021.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 10–11 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Schon allein dadurch, dass wir nur mit den Taliban sprachen und unsere Verbündeten ausschlossen, gaben wir den Taliban Recht: Die afghanische Regierung war unsere Marionette, mit ihr brauchte man nicht zu verhandeln. Es reicht, mit den Amerikanern zu reden.“
Hugo Llorens Ehem. besonderer Geschäftsträger US-Botschaft Kabul Zur Wirkung des Doha-Verhandlungsformats auf die afghanische Regierung.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 7–8 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Die „letzte” Abschiebung in die Islamische Republik Afghanistan war für den 5. August geplant — mehr deutsche Realitäts­verweigerung geht nicht.“
Sandra Petersmann Journalistin (Deutsche Welle) Über die deutsche Abschiebepraxis bis zur letzten Stunde.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)101(neu), S. 2 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Es war erstens ein Vertrag zulasten Dritter. … Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Es wurden Verpflichtungen der afghanischen Regierung in dieser Vereinbarung enthalten, bei der die afghanische Regierung nicht beteiligt war. Ich will da beispielhaft die Entlassung von 5.000 Talibangefangenen nennen, von denen einige gar nicht Taliban waren, sondern Schwerstkriminelle.“
Bledjian Gesandter Deutsche Botschaft Kabul Vor dem 1. Untersuchungsausschuss zur Struktur des Doha-Abkommens.

Quelle: Drs. 20/14700, S. 179–180 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Da sprechen Leute in zwei verschiedenen Universen miteinander. … In Wirklichkeit hatte die Trump-Administration in dem Moment, in dem sie eine Zeitlinie vereinbart hatte, einen Weg beschritten, der die Durchsetzbarkeit des Condition-based Approach infrage stellte. Aber das gab keiner damals zu.“
Emily Haber Damalige deutsche Botschafterin in Washington Zur Diskrepanz zwischen US-Rhetorik („conditions-based”) und tatsächlichem Abzug.

Quelle: Drs. 20/14700, S. 181 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Ein Staat ohne Legitimität, für den man nicht sterben wollte — es sei denn, man war jemand, der direkt von ihm profitierte.“
Antonio Giustozzi Afghanistan-Experte, Royal United Services Institute Über die afghanische Republik in ihren letzten Monaten.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 12–13 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Die Entscheidung von Präsident Biden über einen vollständigen Abzug, ohne dass die Bedingungen des Abkommens der USA mit den Taliban erfüllt sind, kam für uns unerwartet. Diese Ankündigung vom April war ein Schock für uns.“
Hamdullah Mohib Ehem. nationaler Sicherheitsberater Afghanistans Über die Wirkung von Bidens Abzugsankündigung am 14. April 2021.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 6–7 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Wie ein Teppich, der den Afghanen unter den Beinen weggezogen wurde.“
Lisa Curtis Ehem. leitende Direktorin Süd- und Zentralasien beim US-NSC (2017–2021) Über den Charakter des US-Abzugs.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 14 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Korruption war DIE Krebskrankheit Afghanistans — Bestechlichkeit bis in hohe und höchste Ämter führte zu Reputationsverlust der Staatsorgane und letztlich zum Zusammenbruch.“
Hans-Lothar Domröse General a. D., ehem. NATO-JFC-Befehlshaber Vor dem 1. Untersuchungsausschuss.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)99, S. 9 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

„Man muss mit der Arbeit beginnen, bevor sie sich als notwendig herausstellt.“
Ryan Crocker Ehem. US-Botschafter in Afghanistan Lehre für künftige Wiederaufbau-Missionen, z. B. die Ukraine.

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 30 (Original, neues Fenster) · Belegkarte