Bridge the Gap.

Chronik der Ereignisse

74 ausgewählte Ereignisse. Mit ihnen sind 1.267 Aussagen aus den Berichten verknüpft. Ein Klick auf ein Ereignis zeigt, was geschah, und alle Aussagen dazu.

1979

  1. 24. Dezember 1979
    Sowjetische Truppen marschieren in Afghanistan ein und beginnen einen über neun Jahre dauernden Krieg.

1989

  1. 15. Februar 1989
    Die letzten sowjetischen Soldaten verlassen Afghanistan und überlassen das Land einem Bürgerkrieg.

1994

  1. 1994
    In der südafghanischen Provinz Kandahar formiert sich die Taliban-Bewegung als religiös-konservative Kraft.

1996

  1. 27. September 1996
    Die Taliban nehmen die Hauptstadt Kabul ein und gründen das Islamische Emirat Afghanistan.

2001

  1. 11. September 2001
    Das Terrornetzwerk Al-Qaida verübt von Afghanistan aus geplante Anschläge in den USA.
  2. 7. Oktober 2001
    Die USA und Verbündete beginnen mit der Operation Enduring Freedom Luftangriffe und Bodenoperationen gegen die Taliban.
  3. 27. November bis 5. Dezember 2001
    Auf dem Petersberg bei Bonn einigen sich afghanische Gruppen unter UN-Vermittlung auf eine Übergangsregierung. Die Taliban sind nicht beteiligt.
  4. Dezember 2001
    Der UN-Sicherheitsrat mandatiert die internationale Schutztruppe ISAF zur Stabilisierung Afghanistans.

2004

  1. 26. Januar 2004
    Eine große Ratsversammlung verabschiedet eine neue Verfassung, die Afghanistan als islamische Republik mit Grundrechten ausgestaltet.

2009

  1. 4. September 2009
    Ein von einem deutschen Oberst angeforderter US-Luftangriff auf zwei entführte Tanklastwagen tötet zahlreiche Zivilisten.

2012

  1. 20. und 21. Mai 2012
    Die NATO einigt sich auf das Ende von ISAF bis Ende 2014 und sagt der afghanischen Armee Finanzhilfe bis 2024 zu.

2015

  1. 1. Januar 2015
    Die NATO beendet den Kampfeinsatz ISAF und startet die kleinere Ausbildungs- und Beratungsmission Resolute Support.
  2. 28. September 2015
    Die Taliban nehmen kurzzeitig die nordafghanische Provinzhauptstadt Kunduz ein.
  3. 3. Oktober 2015
    Bei einem US-Luftangriff auf ein Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Kunduz sterben über 40 Menschen.

2018

  1. Sommer 2018
    Die US-Regierung nimmt direkte Gespräche mit den Taliban auf, ohne die afghanische Regierung am Tisch.

2019

  1. August 2019
    Der US-Sonderbeauftragte Khalilzad gibt dem Auswärtigen Amt erstmals eine schriftliche Vorfassung des geplanten US-Taliban-Abkommens.
  2. 28. September 2019
    Die Wahl findet unter schwierigen Sicherheitsbedingungen statt, nur etwa jeder zehnte Wahlberechtigte stimmt ab.

2020

  1. 18. Februar 2020
    Erst fast fünf Monate nach der Wahl erklärt die Wahlkommission Aschraf Ghani zum Sieger, fast zeitgleich zum Doha-Abkommen.
  2. 22. bis 28. Februar 2020
    USA und Taliban vereinbaren eine Woche reduzierter Gewalt als Voraussetzung für die Unterzeichnung des Doha-Abkommens.
  3. 29. Februar 2020
    Die USA und die Taliban unterzeichnen in Doha ein Abkommen, das den US-Truppenabzug innerhalb von 14 Monaten regelt.
  4. 29. Februar 2020
    Parallel zum Doha-Abkommen geben USA und afghanische Regierung in Kabul eine gemeinsame Erklärung ab, die die Republik politisch absichern soll.
  5. ab 1. März 2020
    Erst nach Unterzeichnung wird die Bundesregierung detailliert über das Doha-Abkommen informiert.
  6. 9. März 2020
    Ghani und Abdullah lassen sich in zwei parallelen Zeremonien jeweils zum Präsidenten erklären.
  7. März 2020
    Nach der Doppelinauguration droht eine offene innerafghanische Auseinandersetzung. Die USA setzen Druck.
  8. 2. April 2020
    Der deutsche Außenminister fordert, dass jeder weitere Schritt des Truppenabzugs an Bedingungen geknüpft wird.
  9. 13. Mai 2020
    Die vier zuständigen Ressorts setzen eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein, um das Ortskräfteverfahren weiterzuentwickeln.
  10. 17. Mai 2020
    Unter US-Druck einigen sich Ghani und Abdullah auf eine gemeinsame Regierung. Abdullah leitet den neu geschaffenen Hohen Rat für Nationale Aussöhnung.
  11. 2. Juni 2020
    Deutschland legt im NATO-Rat ein Papier mit dem Grundsatz vor, dass Bündnispartner gemeinsam hineingegangen sind und gemeinsam herausgehen sollen.
  12. Mitte Juni 2020
    Innerhalb einer Woche verlieren die afghanischen Streitkräfte 291 Soldaten. Das waren die höchsten Verluste seit Kriegsbeginn 2001.
  13. August 2020
    Die Ressorts einigen sich darauf, das Ortskräfteverfahren beizubehalten und IOM-Büros in Afghanistan einzurichten.
  14. 7. bis 9. August 2020
    Eine große afghanische Ratsversammlung legitimiert die Freilassung von 5.000 Taliban-Gefangenen, eine Bedingung aus dem Doha-Abkommen.
  15. 12. September 2020
    Mit sechs Monaten Verspätung beginnen in Doha Verhandlungen zwischen afghanischer Regierung und Taliban.
  16. 7. Oktober 2020
    US-Präsident Trump kündigt per Tweet an, alle US-Truppen zu Weihnachten aus Afghanistan zurückzuholen.
  17. 3. November 2020
    Mit Joe Biden gewinnt der Herausforderer die US-Präsidentschaftswahl. Viele Verbündete hoffen auf einen neuen Kurs.
  18. 5. November 2020
    Der Bundesnachrichtendienst hält eine Rückkehr eines Taliban-Emirats für das wahrscheinlichste Szenario.

2021

  1. Mitte Januar 2021
    Noch vor Ende der Trump-Amtszeit sinken die US-Truppen in Afghanistan auf rund 2.500 Soldaten.
  2. 25. März 2021
    Der Bundestag verlängert das Bundeswehrmandat für Resolute Support, das als Übergangsmandat bezeichnet wird.
  3. 14. April 2021
    US-Präsident Biden verkündet den vollständigen Abzug aller US-Truppen vor dem 11. September 2021.
  4. 17. April 2021
    Die Verteidigungsministerin macht mit einem Pressestatement Druck für eine Vereinfachung des Ortskräfteverfahrens.
  5. 22. April 2021
    Das Verteidigungsministerium weist die Bundeswehr an, eine Evakuierungsoperation vorzubereiten.
  6. Mai 2021
    Ein vereinfachtes Verfahren für Ortskräfte soll Aufnahmezusagen innerhalb weniger Tage ermöglichen.
  7. ab 1. Mai 2021
    Mit dem ursprünglich geplanten Abzugstermin beginnen die Taliban eine breit angelegte Offensive auf Distrikte.
  8. 16. Juni 2021
    Merkel hebt für Ortskräfte des BMVg und BMI die Zweijahresfrist bis 2013 auf. BMZ und AA werden nicht einbezogen.
  9. 22. Juni 2021
    Die Ressorts lehnen Charterflüge zur Ausreise von Ortskräften mit Verweis auf einen drohenden „Saigon-Effekt“ ab.
  10. 29. Juni 2021
    Die deutsche Beteiligung an Resolute Support endet. Der Empfang in Wunstorf am Folgetag findet ohne politische Spitze statt.
  11. in der Nacht zum 2. Juli 2021
    Die US-Truppen ziehen sich nachts ohne Vorankündigung aus dem zentralen Luftstützpunkt Bagram zurück.
  12. 15. Juli 2021
    Der Bericht zur asylrelevanten Lage in Afghanistan wertet die Situation als nicht grundlegend verändert.
  13. 22. Juli 2021
    In der Bundespressekonferenz kündigt Merkel eine pragmatische Lösung für Ortskräfte an, auch mit Charterflügen.
  14. 3. August 2021
    Ein geplanter Abschiebeflug nach Kabul wird nach einem schweren Anschlag abgebrochen. Abschiebungen waren bis dahin noch geplant gewesen.
  15. 6. August 2021
    Mit Zaranj nehmen die Taliban die erste afghanische Provinzhauptstadt im Sommer 2021 ein.
  16. 6. August 2021
    Die deutsche Botschafterin in Washington berichtet nach Gesprächen mit US-Stellen, ein Sieg der Taliban sei nicht unausweichlich, aber denkbar.
  17. 11. August 2021
    Eine Vorlage an den Außenminister beschreibt drei Szenarien, darunter eine militärische Übernahme durch die Taliban als „sehr reale Möglichkeit“.
  18. 12. August 2021
    Die deutsche Botschaft schickt erst am 12. August den dringenden Aufruf an deutsche Staatsangehörige, Afghanistan zu verlassen.
  19. 13. August 2021
    Der Krisenstab entscheidet sich gegen eine unmittelbare militärische Evakuierung. Der BND hält die Übernahme Kabuls vor dem 11. September für unwahrscheinlich.
  20. 14. August 2021
    Das Auswärtige Amt ordnet an, die Botschaft zum Flughafen Kabul zu verlegen. Sie soll aber „voll arbeitsfähig“ bleiben.
  21. 12. bis 14. August 2021
    Innerhalb weniger Tage fallen mit Herat, Kandahar und Masar-i-Scharif die wichtigsten Provinzhauptstädte.
  22. 15. August 2021
    Das deutsche Botschaftspersonal wird mit US-Helikoptern vom Hauptquartier Resolute Support an den Flughafen Kabul gebracht.
  23. 15. August 2021
    Die Taliban ziehen ohne nennenswerten Widerstand in Kabul ein. Präsident Ghani flieht außer Landes.
  24. Nacht zum 16. August 2021
    Die Bundeswehr beginnt eine militärische Evakuierungsoperation vom Flughafen Kabul. Der Befehl wird „von Cockpit zu Cockpit“ gegeben.
  25. 22. August 2021
    Erst während der Evakuierungsoperation wird das Ortskräfteverfahren auch auf Helfer von AA und BMZ ausgedehnt.
  26. 23. August 2021
    Das AA legt einen Fünfpunkteplan für die Nachevakuierung über die Nachbarstaaten vor.
  27. 25. August 2021
    In einer Sondersitzung billigt der Bundestag das Mandat für die laufende militärische Evakuierungsoperation.
  28. 26. August 2021
    Ein Selbstmordanschlag der Terrorgruppe IS-K tötet rund 170 Afghaninnen und Afghanen sowie 13 US-Soldaten.
  29. 27. August 2021
    Mit dem letzten Bundeswehr-Flug endet die deutsche militärische Evakuierungsoperation in Kabul.
  30. 30. August 2021
    Die letzten US-Soldaten verlassen Kabul. Der zwanzigjährige US-Einsatz in Afghanistan endet.
  31. 30. August 2021
    Der UN-Sicherheitsrat verlangt von den Taliban die freie Ausreise gefährdeter Personen. Russland und China enthalten sich.
  32. 1. September 2021
    Die Bundesregierung einigt sich auf Grundsätze für die weitere Ausreise. Sie gelten rückwirkend ab 2013 und schließen Kernfamilien ein.
  33. 27. September 2021
    Die deutsche Botschaft Islamabad (Pakistan) bittet Pakistan in Verbalnoten um visumsfreie Einreise afghanischer Ortskräfte.

2022

  1. 5. Juli 2022
    Der Bundestag setzt eine Enquete-Kommission ein, die Lehren aus dem zwanzigjährigen Engagement in Afghanistan ziehen soll.
  2. Juli 2022
    Der Bundestag setzt einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Afghanistan-Einsatzes und seines Endes ein.
  3. 22. September 2022
    Der Untersuchungsausschuss hört erstmals öffentlich Sachverständige zur Lage und zu den Lehren des Einsatzes an.

2024

  1. 19. Februar 2024
    Die Enquete-Kommission veröffentlicht einen Zwischenbericht mit ersten Bewertungen und Lehren.

2025

  1. 27. Januar 2025
    Die Enquete-Kommission schließt ihre Arbeit mit 72 Empfehlungen und elf Sondervoten ab.
  2. 18. Februar 2025
    Der 1. Untersuchungsausschuss legt seinen rund 1.400-seitigen Abschlussbericht mit Sachfeststellungen und Sondervoten vor.