Bridge the Gap.

Frage 4 von 9 · Verzahnung von Außen- und Entwicklungspolitik

Passen Militär, Diplomatie und Entwicklungshilfe zusammen?

Diplomatie, Bundeswehr und Entwicklungszusammenarbeit nebeneinander statt miteinander. Was muss sich ändern?

Befund · Bericht

Was die Berichte festgestellt haben

Der „Comprehensive Approach“ wurde laut Sachverständigen von skandinavischen Staaten und den Niederlanden konsequenter umgesetzt als von Deutschland. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) war von militärischen Überlegungen bewusst losgekoppelt. Das kann Schutz und Wirkung der EZ erhalten, kostete aber Synergien.

Zusammenfassung der Redaktion. Belege aus den Berichten:

Deutsche EZ: 5–10 % des Wiederaufbaus; Ausnahme im Comprehensive Approach (vom Militärischen losgekoppelt)

Sachverständige:r

Originalstelle
„Die institutionelle Reichweite der deutschen EZ in Afghanistan blieb von Beginn an begrenzt, da der deutsche finanzielle Beitrag am gesamten …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Die institutionelle Reichweite der deutschen EZ in Afghanistan blieb von Beginn an begrenzt, da der deutsche finanzielle Beitrag am gesamten Wiederaufbau zwischen 5% und 10% lag; das Gros der Finanzierung für die Entwicklungszusammenarbeit stammte aus den USA, die daher weit stärker an ihrem Impact gemessen werden müssen, als dies bei der deutschen EZ der Fall sein kann. Zudem stand das Gros des internationalen EZ-Engagements in direktem oder indirektem Bezug zur Aufstandsbekämpfung. Die Chapeau-Analyse von Christoph Zürcher et al (2020) verdeutlichte, dass sich EZ-Maßnahmen in Verbindung mit militärischem Vorgehen als kontraproduktiv erwiesen. Hier stellte die deutsche EZ eine Ausnahme dar. Sie schlug überwiegend einen anderen Weg ein, indem sie von militärischen Überlegungen losgekoppelt war. Dies bedingte die innerdeutsche Kritik, dass sich das BMZ nicht genügend an dem „vernetzten Ansatz” der Bundesregierung beteiligen würde.“

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)103, S. 12 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

Deutschland innerhalb der NATO „Wortführer“ für Conditions-based, von 7 von 28 Staaten unterstützt

Feststellung

Originalstelle
„Der Zeuge Blaurock hat ausgesagt, Deutschland sei in dieser Hinsicht innerhalb der NATO „Wortführer“ gewesen und auch von anderen NATO-Partnern …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Der Zeuge Blaurock hat ausgesagt, Deutschland sei in dieser Hinsicht innerhalb der NATO „Wortführer“ gewesen und auch von anderen NATO-Partnern unterstützt worden. Einem Gedankenpapier von BMVg und AA nach handelte es sich hierbei um sieben von 28 NATO Staaten mit unterschiedlichem Gewicht.“

Quelle: Drs. 20/14700, S. 213 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

Andere Länder lebten den „Comprehensive Approach” konsequenter als Deutschland

Sachverständige:r

Originalstelle
„Mehr noch als bei uns Deutschen praktizierten andere Länder, wie z.B. Schweden, Dänemark, Norwegen und die Niederlande den sogenannten „Comprehensive …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Mehr noch als bei uns Deutschen praktizierten andere Länder, wie z.B. Schweden, Dänemark, Norwegen und die Niederlande den sogenannten „Comprehensive Approach”, der nicht nur das ressortabgestimmte Verhalten umfasst, wie es so überwiegend in Deutschland gesehen wird, sondern tatsächlich die umfassende Abstimmung vor Ort mit den Partnernationen, aber auch mit allen relevanten Akteuren der lokalen Strukturen.“

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)100, S. 4 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

Mangelnde strategische Geduld der Geber: schnelle Lösungen statt nachhaltiger Wirkung; Konzentration auf konfliktbehaftete Regionen untergrub Wiederaufbau

Bewertung

Originalstelle
„Die Nachhaltigkeit der Projekte der Bundesregierung war begrenzt. … Dies veranlasste die Geber zu kurzfristigen Lösungen wie der Aufstockung von …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Die Nachhaltigkeit der Projekte der Bundesregierung war begrenzt. … Dies veranlasste die Geber zu kurzfristigen Lösungen wie der Aufstockung von Truppen, Geld und Ressourcen – oft ohne die Kapazitäten und Fähigkeiten sowie Eigenverantwortung der afghanischen Regierung oder den Nutzen dieser Projekte für die Bevölkerung angemessen zu berücksichtigen. Deutsche Akteure unterschätzten den Zeit- und Ressourcenbedarf in Afghanistan. Mangelnde strategische Geduld, Durchhaltefähigkeit wie auch Eigenverantwortung und Rechenschaftspflicht der lokalen Regierung verhinderten das Gelingen des Vernetzten Ansatzes. Die Konzentration auf konfliktbehaftete Regionen in Afghanistan untergrub die Bemühungen für einen erfolgreichen Wiederaufbau. Sie schaffte unbeabsichtigt falsche Anreizstrukturen, förderte Instabilität und Korruption.“

Quelle: Drs. 20/10400, S. 22 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

Eventualfallplanung der Bundeswehr lag weder Sicherheitsberater noch dem AA-Länderreferat 040 vor

Feststellung

Originalstelle
„würde gerne AA 040 [Länderreferat] zum derzeitigen Planungsstand Evakuierung DEU StA Kabul (AFG) (erstmal im kleinen Kreis) vortragen. Einstufung – VS- geheim.“

Quelle: Drs. 20/14700, S. 504 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

CDU/CSU-Forderung: Nationale Sicherheitsstrategie und Nationaler Sicherheitsrat

Sondervotum

Originalstelle
„Eine solche Bereitschaft, besser in der Lage zu sein, die notwendigen Ambiguitäten der internationalen Politik auszuhalten, muss sich zukünftig in …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Eine solche Bereitschaft, besser in der Lage zu sein, die notwendigen Ambiguitäten der internationalen Politik auszuhalten, muss sich zukünftig in der Nationalen Sicherheitsstrategie widerspiegeln. Auch die Einrichtung eines Nationalen Sicherheitsrates würde zu einer Verbesserung der strategischen Diskussion unter den Ressorts zu diesen Fragen beitragen und die Effizienz und Schnelligkeit der ressortübergreifenden Entscheidungsfindung steigern.“

Quelle: Drs. 20/14700, S. 855 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

Was die Enquete-Kommission empfiehlt

Welche Empfehlungen zu dieser Frage gehören, hat die Redaktion zugeordnet. Unklare Fälle sind gekennzeichnet.

Was die Fraktionen im Untersuchungsausschuss empfehlen

In fester Reihenfolge nach Sitzverteilung der 20. Wahlperiode. Der Ausschuss hat keine gemeinsamen Empfehlungen beschlossen. Die Zuordnung zu dieser Frage hat die Redaktion vorgenommen.

SPD

Keine Empfehlung zu dieser Frage im Votum.

CDU/CSU

Keine Empfehlung zu dieser Frage im Votum.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Keine Empfehlung zu dieser Frage im Votum.

FDP

Keine Empfehlung zu dieser Frage im Votum.

AfD

Keine Empfehlung zu dieser Frage im Votum.