Bridge the Gap.

Empfehlung 60 von 72 · Enquete-Kommission

Eine Reserve von zivilen Fachkräften für Einsätze und Führungsaufgaben

Deutschland soll genug zivile Fachleute bereithalten, die bei Einsätzen schnell helfen und auch leiten können.

Passen Militär, Diplomatie und Entwicklungshilfe zusammen?

Zuordnung der Redaktion · unklarBetrifft eine zivile Personalreserve; Bezug zur Lehre über die laut Umsetzungsteil (S. 48) geforderte zivil-militärische Zusammenarbeit.

Welche Empfehlung zu welcher großen Frage gehört, hat die Redaktion festgelegt. Die Kommission selbst hat keine solche Zuordnung getroffen.

  1. Befund · Bericht · was die Berichte festgestellt haben

    Warum die Kommission das empfiehlt

    Die Kommission stellt fest, dass in den deutschen PRTs in Afghanistan ein durchgehendes Ungleichgewicht zwischen militärischen und zivilen Kräften zulasten der zivilen bestand; das habe u. a. zu einer Überdehnung der Aufgaben militärischer Führungskräfte geführt. Deutschland sei auch in internationalen Einsatzführungsstrukturen unterrepräsentiert. Ziviles Führungspersonal bereitzustellen sei zeitraubend gewesen, auch mangels Anreizen.

    Zusammenfassung der Redaktion

    Begründung der Kommission · Originalstelle
    „Begründung: Die deutsche Mitverantwortung für zivil-militärische Aufbauteams in Afghanistan, die Provincial Reconstruction Teams (PRTs), bietet zwar einige nützliche Lernerfahrungen, wie das Zusammenwirken in vernetzten Einsätzen besser …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
    „Begründung: Die deutsche Mitverantwortung für zivil-militärische Aufbauteams in Afghanistan, die Provincial Reconstruction Teams (PRTs), bietet zwar einige nützliche Lernerfahrungen, wie das Zusammenwirken in vernetzten Einsätzen besser geführt werden kann. Dazu gehört aber auch die Erkenntnis eines durchgehend eklatanten Ungleichgewichts in der Teamzusammensetzung zwischen militärischen und zivilen Einsatzkräften zulasten letzterer. Dieses Defizit wurde aus Sicht der PRT-Kommandeure wiederholt angezeigt. Aufgehoben wurde es nicht, und die Folgen dessen traten offen zutage: Zivile Mangelfähigkeiten führten u. a. zu einer Überdehnung des Aufgabenspektrums der vor Ort stationierten militärischen Führungskräfte. Auch in den internationalen Einsatzführungsstrukturen war und ist Deutschland bis heute unterrepräsentiert.“

    Quelle: Drs. 20/14500, S. 48 (Original, neues Fenster)

    Belege aus den Berichten:

    Eklatantes Ungleichgewicht in PRT-Teamzusammensetzung zulasten der zivilen Einsatzkräfte

    Feststellung

    Originalstelle
    „Dazu gehört aber auch die Erkenntnis eines durchgehend eklatanten Ungleichgewichts in der Teamzusammensetzung zwischen militärischen und zivilen …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
    „Dazu gehört aber auch die Erkenntnis eines durchgehend eklatanten Ungleichgewichts in der Teamzusammensetzung zwischen militärischen und zivilen Einsatzkräften zulasten letzterer. Dieses Defizit wurde aus Sicht der PRT-Kommandeure wiederholt angezeigt. Aufgehoben wurde es nicht, und die Folgen dessen traten offen zutage: Zivile Mangelfähigkeiten führten u. a. zu einer Überdehnung des Aufgabenspektrums der vor Ort stationierten militärischen Führungskräfte.“

    Quelle: Drs. 20/14500, S. 48 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

    PRTs verbesserten Zusammenarbeit vor Ort, schlossen aber strategische und personelle Lücken nicht; AA und BMI stark unterbesetzt

    Bewertung

    Originalstelle
    „Ein Versuch, die Schnittstellenproblematik auf der operativen Ebene zu lösen, wurde mit zivil-militärischen Wiederaufbauteams, den Provincial …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
    „Ein Versuch, die Schnittstellenproblematik auf der operativen Ebene zu lösen, wurde mit zivil-militärischen Wiederaufbauteams, den Provincial Reconstruction Teams (PRTs) unternommen. Die Zusammenarbeit der Ressorts konnte damit vor Ort verbessert werden, was aber die strategischen und personellen Lücken zwischen den Ressorts nicht schloss. Es bestand eine starke Unterbesetzung insbesondere des Auswärtigen Amts (AA) und des Bundesministeriums des Innern (BMI) in den PRTs.“

    Quelle: Drs. 20/10400, S. 19 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

    Personelle Ressourcen für die ambitionierten Ziele zu gering; interkulturelle und sprachliche Fachkräfte unzureichend; Bundeswehr zu spät angepasst

    Bewertung

    Originalstelle
    „Die von Deutschland für Sicherheit, Aufbau und Entwicklung, einschließlich für den politischen Prozess, zur Verfügung gestellten personellen …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
    „Die von Deutschland für Sicherheit, Aufbau und Entwicklung, einschließlich für den politischen Prozess, zur Verfügung gestellten personellen Ressourcen waren für die ambitionierten Ziele zu gering. Die Einsatzkonzeption, der Kräfteansatz und die Fähigkeiten der Bundeswehr wurden zu lange nicht der anwachsenden Bedrohung angepasst. Dies betraf die diplomatischen, entwicklungspolitischen und polizeilichen Komponenten des Einsatzes insgesamt. Unzureichend war zum Beispiel die Verfügbarkeit interkulturell ausgebildeter Fachkräfte mit landessprachlichen Kenntnissen, Erfahrungen in konfliktsensiblen Kontexten sowie mit Zugängen zu den lokalen Akteuren. Längere Aufenthalte des zivilen Personals und weniger kurze Rotationszeiträume hätten besser dazu beitragen können, langfristig vertrauensvolle Beziehungen zu lokalen Akteuren aufzubauen.“

    Quelle: Drs. 20/10400, S. 20–21 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

  2. Empfehlung · Wortlaut

    Was die Kommission empfiehlt

    „Für die künftige Planung und Durchführung vernetzter Einsätze und die Übernahme von Führungsaufgaben im Internationalen Krisenmanagement sollte eine strategische zivile Personalreserve aufgebaut und in ausreichendem Umfang vorgehalten werden.“

    Quelle: Drs. 20/14500, S. 48 (Original, neues Fenster) · Belegkarte

    An wen sich die Empfehlung richtet

    • Bundesregierung
      laut Umsetzungsteil, S. 48 · unklarLaut Umsetzungsteil soll eine „Führungsreserve des Bundes“ gebildet werden, unterstützt durch die einsatzrelevanten Ressorts; ein zuständiges Ressort wird nicht genannt.
  3. Stand der Umsetzung · eigene Recherche

    Was daraus wurde

    Keine öffentliche Information

    Es gibt keine öffentlich überprüfbaren Informationen, oder es gab seit dem Bericht keinen Anlass, an dem sich die Empfehlung prüfen ließe.

    Zuletzt geprüft am 7. November 2026. Eigene Recherche von Bridge the Gap, keine Aussage der Kommission.

    Was wir geprüft haben, mit allen Belegen →