Sondervotum Teil 3, Kap. 5, Abschnitt 16 — Stegner S. 1115–1118
AfD-Kritik an Sitzungsleitung Stegner: laszives Verhältnis zum PUAG, Ungleichbehandlung der AfD-Fraktion
Die AfD kritisiert ausführlich die Sitzungsleitung des Ausschussvorsitzenden Dr. Ralf Stegner (SPD): „laszives Verhältnis zum PUAG”, Sonderbehandlung der AfD-Fraktion (als einziger nichtantragstellender Fraktion); Stegner habe heikle Sachverhalte als „unzulässig” oder „suggestiv” oder „nicht vom Untersuchungsauftrag gedeckt” abgewürgt; unqualifizierte Kommentare; Ungleichbehandlung gegenüber SPD, CDU, Grünen und FDP bei Bewertungs- und Hypothesenfragen; bei AfD-Fragen häufiger Interventionen der Bundesregierung. Die AfD wertet das als „Regierungsschutz- und Aufklärungsverhinderungsprogramm”.
Hinweis zur Einordnung: Diese Bewertungen sind AfD-Position; die Sitzungsleitung wird von den antragstellenden Fraktionen anders eingeordnet.
Quelle
Dokument: Sondervotum/Bewertung der Fraktion der AfD (Drucksache 20/14700, Teil 3, Kap. 5, S. 985–1136)
Drucksache: 20/14700
Fundstelle: S. 1115–1118 (Dokument insgesamt S. 985–1136)
Art des Belegs: sinngemäße Wiedergabe (Paraphrase)
Weiteres aus derselben Quelle
Sondervotum Teil 3, Kap. 5, Abschnitt 1 — Einleitung S. 985
Die AfD-Fraktion bewertet den Afghanistan-Einsatz als „spektakulär gescheitert”. Sie kritisiert, dass CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP die Bundeswehr in einen Dauereinsatz ohne klar definierte Zielsetzung entsandten und die wesentlichen Fragen (Was soll erreicht werden? Wie lange? Verhältnis von Mühen und Mitteln zu deutschen Interessen?) über zwei Jahrzehnte nicht befriedigend beantwortet worden seien.
Hinweis: Fraktionsposition der AfD, keine gemeinsame Feststellung. Wertung („spektakulär gescheitert”) als deren Sicht kennzeichnen.
Sondervotum Teil 3, Kap. 5, Abschnitt 1 — Einleitung S. 985–986
Die AfD führt als Bilanz auf: 60 tote Bundeswehrsoldaten (35 durch Feindeinwirkung), drei Bundespolizisten, 64.000 tote afghanische Sicherheitskräfte, 43.000 tote Zivilisten, 42.000 tote regierungsfeindliche Kämpfer. Offizielle Kosten: 12,3 Mrd. € militärisch, 5 Mrd. € zivil. Experten schätzen die Gesamtkosten auf bis zu 47 Mrd. €.
Sondervotum Teil 3, Kap. 5, Abschnitt 1 — Einleitung S. 986
Die AfD kritisiert die Bezeichnung „deutsche Friedensmission” durch die antragstellenden Fraktionen (CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP) als Verharmlosung und Beschönigung. Sie habe sich selbst mit einem eigenen Antrag (Drs. 20/1867) für eine Untersuchung des gesamten Afghanistan-Einsatzes eingesetzt. Der Untersuchungsauftrag der antragstellenden Fraktionen (Drs. 20/2352) sei zu eng gefasst worden.
Hinweis: Die wertende Bezeichnung „Verharmlosung” ist AfD-Position.
Sondervotum Teil 3, Kap. 5, Abschnitt 1 — Einleitung S. 986
Die AfD sieht drei Gründe für eine in ihren Augen mangelhafte Aufklärungsarbeit: (1) schwacher Aufklärungswille der antragstellenden Fraktionen, (2) Sitzungsleitung durch Dr. Stegner (SPD), (3) fragmentarische Kooperationsbereitschaft der Zeugen mit „wenig glaubhaften” Erinnerungslücken.
Hinweis: Bewertung der Sitzungsleitung als „Hemmschuh” ist AfD-Position.
Sondervotum Teil 3, Kap. 5, Abschnitt 2.1.1 — Kurzzusammenfassung Doha S. 987
Die AfD stellt fest: Die Bundesregierung sei von den USA prominent über die Doha-Genese informiert worden und habe das Abkommen aus bündnispolitischen Erwägungen weder torpediert noch kritisiert, obwohl sie den Einsatz selbst gerne fortgesetzt hätte. Die nachträgliche Kritik durch Union, SPD, Grüne und FDP erweise sich daher als „heiße Luft”.
Hinweis: Bewertung („heiße Luft”, „beeindruckende Unkenntnis”) als AfD-Position.