Sachverständige:rFrage 6 — Leistungsfähigkeit und Kampfeswille der ANA/ANSFS. 6 (Fn. 13)
Abzug der US-Techniker legte die afghanische Luftwaffe lahm; Kaskade von Nachschubprobleme
Originalstelle
„So wurde die afghanische Luftwaffe vermehrt von US-Technikern instandgesetzt worden; durch den Abzug der US-Truppen wäre dieses Wissen abgezogen worden, sodass die afghanische Luftwaffe letztendlich nicht mehr einsatzbereit war. Dies habe zu einer Kaskade weiterer Nachschubengpässe geführt, sodass Munition und Verpflegung nicht mehr geliefert, Verwundete nicht mehr evakuiert werden können und somit letztendlich die Versorgung der afghanischen Sicherheitskräfte nicht mehr gewährleistet werden konnte.“
Die afghanische Luftwaffe sei zunehmend von US-Technikern instandgesetzt worden; mit deren Abzug sei das Wissen verschwunden, die Luftwaffe nicht mehr einsatzbereit gewesen. Eine Kaskade aus Nachschubengpässen (Munition, Verpflegung, Verwundetenevakuierung) habe folgen lassen, dass die Versorgung der Sicherheitskräfte nicht mehr gewährleistet war.
Dokument: Stellungnahme zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr — Lage in Afghanistan zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens (Sicherheitslage und militärische Lage)
Autor:in: Prof. Dr. Daniel Zerbin
Wissenschaftliche und dienstliche Befassung mit islamistischem Terrorismus, Selbstmordattentaten; zwei dienstliche Aufenthalte in Afghanistan
Ausschussdrucksache: 20(27)112
Datum: 2022-09-14
Art des Belegs: sinngemäße Wiedergabe (Paraphrase)
Weiteres aus derselben Quelle
Sachverständige:rFrage 1 — Politische und Sicherheitslage zum Zeitpunkt des Doha-AbkommensS. 2
Das Doha-Abkommen habe vor allem dem Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump gedient, weil das Ende des Afghanistan-Kriegs zu seinen Wahlversprechen gehört habe.
Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens habe das Leben der Menschen in Afghanistan bereits von Hoffnungslosigkeit, schlechter Sicherheitslage, politischer Instabilität und nachlassender internationaler Unterstützung geprägt gewesen.
Für die afghanischen Sicherheitskräfte sei spätestens jetzt klar gewesen, dass die westliche Unterstützung ausläuft und sie der Taliban-Bedrohung absehbar allein gegenüberstehen würden.
Nach Angaben des US-Militärs (Oktober 2018) stand weniger als die Hälfte der Bezirke noch unter Kontrolle der afghanischen Regierung; in rund 30 % der Bezirke fanden Kampfhandlungen statt.