Sachverständige:rFrage 6 — Leistungsfähigkeit und Kampfeswille der ANA/ANSFS. 5–6
Problem lag nicht in der Kampfkraft, sondern im Einsatzwert und in der fehlenden Kohäsion
Originalstelle
„Die Militär- und Sicherheitskräfte in Afghanistan sind über Jahre vom Westen gut ausgebildet und mit hervorragendem Material und Ausrüstung versorgt worden. Aufgrund des Vorteiles des Verteidigers, hätten die afghanische Sicherheitskräfte und Soldaten gegen die angreifenden Taliban eine gute Chance gehabt diese abzuwehren. Das Problem der mit dem Westen verbündeten Afghanen bestand also sind nicht in der Kampfkraft sondern im Einsatzwert. Im Gegensatz zu den Taliban fehlte den afghanischen Kräften die Kohäsion und die Schlagkraft.“
ANA und ANSF seien über Jahre gut ausgebildet und ausgerüstet gewesen; angesichts des Verteidigervorteils hätten sie eine gute Chance gegen die angreifenden Taliban gehabt. Das Problem habe nicht in der Kampfkraft, sondern im Einsatzwert gelegen: Es fehlten Kohäsion und Schlagkraft.
Dokument: Stellungnahme zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr — Lage in Afghanistan zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens (Sicherheitslage und militärische Lage)
Autor:in: Prof. Dr. Daniel Zerbin
Wissenschaftliche und dienstliche Befassung mit islamistischem Terrorismus, Selbstmordattentaten; zwei dienstliche Aufenthalte in Afghanistan
Ausschussdrucksache: 20(27)112
Datum: 2022-09-14
Art des Belegs: wörtliches Zitat
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Sachverständige:rFrage 1 — Politische und Sicherheitslage zum Zeitpunkt des Doha-AbkommensS. 2
Das Doha-Abkommen habe vor allem dem Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump gedient, weil das Ende des Afghanistan-Kriegs zu seinen Wahlversprechen gehört habe.
Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens habe das Leben der Menschen in Afghanistan bereits von Hoffnungslosigkeit, schlechter Sicherheitslage, politischer Instabilität und nachlassender internationaler Unterstützung geprägt gewesen.
Für die afghanischen Sicherheitskräfte sei spätestens jetzt klar gewesen, dass die westliche Unterstützung ausläuft und sie der Taliban-Bedrohung absehbar allein gegenüberstehen würden.
Nach Angaben des US-Militärs (Oktober 2018) stand weniger als die Hälfte der Bezirke noch unter Kontrolle der afghanischen Regierung; in rund 30 % der Bezirke fanden Kampfhandlungen statt.