Sachverständige:rFrage 4 — Veränderung der SicherheitslageS. 4–5Juni 2020
Juni 2020: „blutigste Woche” im gesamten Afghanistan-Krieg
Originalstelle
„Der Juni 2020, also kurz nach dem Abkommen zwischen Taliban und USA, galt als Monat mit der „blutigsten Woche” im gesamten Afghanistan-Krieg. So verübten die Taliban laut dem afghanischen nationalen Sicherheitsrat insgesamt 422 Angriffe in 32 Provinzen bei denen 291 Mitglieder der Afghan National and Defense Security Forces (ANDSF) getötet und 550 verwundet wurden.“
Der Juni 2020 (kurz nach Doha) habe als Monat mit der „blutigsten Woche” des gesamten Krieges gegolten; laut afghanischem Nationalem Sicherheitsrat verübten die Taliban 422 Angriffe in 32 Provinzen, bei denen 291 ANDSF-Mitglieder getötet und 550 verwundet wurden.
Dokument: Stellungnahme zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr — Lage in Afghanistan zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens (Sicherheitslage und militärische Lage)
Autor:in: Prof. Dr. Daniel Zerbin
Wissenschaftliche und dienstliche Befassung mit islamistischem Terrorismus, Selbstmordattentaten; zwei dienstliche Aufenthalte in Afghanistan
Ausschussdrucksache: 20(27)112
Datum: 2022-09-14
Art des Belegs: wörtliches Zitat
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Sachverständige:rFrage 1 — Politische und Sicherheitslage zum Zeitpunkt des Doha-AbkommensS. 2
Das Doha-Abkommen habe vor allem dem Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump gedient, weil das Ende des Afghanistan-Kriegs zu seinen Wahlversprechen gehört habe.
Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens habe das Leben der Menschen in Afghanistan bereits von Hoffnungslosigkeit, schlechter Sicherheitslage, politischer Instabilität und nachlassender internationaler Unterstützung geprägt gewesen.
Für die afghanischen Sicherheitskräfte sei spätestens jetzt klar gewesen, dass die westliche Unterstützung ausläuft und sie der Taliban-Bedrohung absehbar allein gegenüberstehen würden.
Nach Angaben des US-Militärs (Oktober 2018) stand weniger als die Hälfte der Bezirke noch unter Kontrolle der afghanischen Regierung; in rund 30 % der Bezirke fanden Kampfhandlungen statt.