Sachverständige:rPolitische ErrungenschaftenS. 3bis August 2021
Bis August 2021: pluralistische Medien, Zivilgesellschaft und Debattenkultur
Originalstelle
„Bis August 2021 verfügte Afghanistan über eine bemerkenswerte, pluralistische Medienlandschaft, Zivilgesellschaft und offene politische Debattenkultur. Es gab prinzipiell Zugang zu Schul- und Universitätsbildung in den von der Regierung kontrollierten Provinzen. In der Hauptstadt Kabul hatten sich internationale Universitäten und Forschungseinrichtungen niedergelassen. Diese Errungenschaften sind heute gefährdet bzw. haben bereits deutliche Einschnitte erfahren.“
Bis August 2021 habe es eine pluralistische Medienlandschaft, eine offene Zivilgesellschaft und Debattenkultur sowie Zugang zu Schul- und Universitätsbildung in regierungskontrollierten Provinzen gegeben; in Kabul seien internationale Hochschulen und Forschungseinrichtungen ansässig gewesen. Diese Errungenschaften seien heute gefährdet oder bereits eingeschränkt.
Mit dem Doha-Prozess ab 2018 verhandelten die USA erstmals offiziell mit den Taliban; das Doha-Abkommen vom 29. Februar 2020 zwischen den USA und der Taliban-Führung wird als historischer Moment eingeordnet.
Die Absicht des NATO-Bündnisses, nach 20 Jahren aus Afghanistan abzuziehen, sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens grundsätzlich gefestigt gewesen; offen seien nur Modalitäten und Zeitpunkt gewesen.
Nach dem Doha-Abkommen stellten die Taliban Angriffe auf internationale Kräfte ein, intensivierten aber Angriffe gegen die afghanische Regierung und ihre Sicherheitskräfte.
Die Sicherheitslage blieb nach Doha unvorhersehbar; zivile Opfer urbaner Anschläge nahmen 2018 zu, Kabul galt erneut als gefährlichste Hauptstadt der Welt.
Thema: Lageeinschätzung2018 bis nach Doha-Abkommenstellungnahmen\05-zeino.json