Sachverständige:rVertrauensverlust des afghanischen Staats und seiner ElitenS. 2–3
Eliten und Diaspora-Afghan:innen erlebten Misstrauen
Originalstelle
„Die politischen Eliten und vergangenen Regierungen hatten zunehmend an Ansehen in der Bevölkerung verloren. Zugleich bestand Neid und Misstrauen gegenüber liberalen Eliten und Diaspora-Afghanen mit doppelten Staatsbürgerschaften, die überproportional in führenden Positionen vertreten waren.“
Die politischen Eliten und früheren Regierungen hätten in der Bevölkerung an Ansehen verloren; gegenüber liberalen Eliten und Diaspora-Afghan:innen mit Doppelstaatsbürgerschaft, die überproportional in Führungspositionen waren, habe es Neid und Misstrauen gegeben.
Mit dem Doha-Prozess ab 2018 verhandelten die USA erstmals offiziell mit den Taliban; das Doha-Abkommen vom 29. Februar 2020 zwischen den USA und der Taliban-Führung wird als historischer Moment eingeordnet.
Die Absicht des NATO-Bündnisses, nach 20 Jahren aus Afghanistan abzuziehen, sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens grundsätzlich gefestigt gewesen; offen seien nur Modalitäten und Zeitpunkt gewesen.
Nach dem Doha-Abkommen stellten die Taliban Angriffe auf internationale Kräfte ein, intensivierten aber Angriffe gegen die afghanische Regierung und ihre Sicherheitskräfte.
Die Sicherheitslage blieb nach Doha unvorhersehbar; zivile Opfer urbaner Anschläge nahmen 2018 zu, Kabul galt erneut als gefährlichste Hauptstadt der Welt.
Thema: Lageeinschätzung2018 bis nach Doha-Abkommenstellungnahmen\05-zeino.json