Sachverständige:rVertrauensverlust des afghanischen Staats und seiner ElitenS. 2
Ämter als Möglichkeit zur Selbstbereicherung; Machtmissbrauch wenig geahndet
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„Politische Ämter galten als Möglichkeit der Selbstbereicherung. Machtmissbrauch durch Vorgesetzte im öffentlichen Dienst wurden wenig geahndet. Öffentlich gewordene Fälle (auch des sexuellen Machtmissbrauchs) konnten juristisch kaum aufgearbeitet werden und brachten oftmals die Opfer selbst in Verruf oder in Gefahr.“
Politische Ämter seien als Möglichkeit zur Selbstbereicherung gesehen worden; Machtmissbrauch durch Vorgesetzte sei wenig geahndet worden. Auch öffentlich gewordene Fälle (inkl. sexuellen Machtmissbrauchs) seien juristisch kaum aufgearbeitet worden, oft mit Stigmatisierung der Opfer.
Mit dem Doha-Prozess ab 2018 verhandelten die USA erstmals offiziell mit den Taliban; das Doha-Abkommen vom 29. Februar 2020 zwischen den USA und der Taliban-Führung wird als historischer Moment eingeordnet.
Die Absicht des NATO-Bündnisses, nach 20 Jahren aus Afghanistan abzuziehen, sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens grundsätzlich gefestigt gewesen; offen seien nur Modalitäten und Zeitpunkt gewesen.
Nach dem Doha-Abkommen stellten die Taliban Angriffe auf internationale Kräfte ein, intensivierten aber Angriffe gegen die afghanische Regierung und ihre Sicherheitskräfte.
Die Sicherheitslage blieb nach Doha unvorhersehbar; zivile Opfer urbaner Anschläge nahmen 2018 zu, Kabul galt erneut als gefährlichste Hauptstadt der Welt.
Thema: Lageeinschätzung2018 bis nach Doha-Abkommenstellungnahmen\05-zeino.json