Sachverständige:rFehleinschätzungen der sicherheitspolitischen LageS. 2
Afghanische Akteure hielten an Annahme fest, USA würden nicht vollständig abziehen
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„Trotz des Doha-Abkommens waren viele Afghaninnen und Afghanen in Regierung, Parlament und Zivilgesellschaft weiterhin überzeugt, dass die USA ihre Truppen nicht vollständig abziehen würden. Afghanistan sei geostrategisch zu bedeutend im Antiterrorkampf und in der Auseinandersetzung mit China, Iran und Russland.“
Trotz Doha-Abkommen hätten viele afghanische Akteure (Regierung, Parlament, Zivilgesellschaft) angenommen, die USA würden ihre Truppen nicht vollständig abziehen, weil Afghanistan geostrategisch (China, Iran, Russland, Antiterror) zu wichtig sei.
Mit dem Doha-Prozess ab 2018 verhandelten die USA erstmals offiziell mit den Taliban; das Doha-Abkommen vom 29. Februar 2020 zwischen den USA und der Taliban-Führung wird als historischer Moment eingeordnet.
Die Absicht des NATO-Bündnisses, nach 20 Jahren aus Afghanistan abzuziehen, sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens grundsätzlich gefestigt gewesen; offen seien nur Modalitäten und Zeitpunkt gewesen.
Nach dem Doha-Abkommen stellten die Taliban Angriffe auf internationale Kräfte ein, intensivierten aber Angriffe gegen die afghanische Regierung und ihre Sicherheitskräfte.
Die Sicherheitslage blieb nach Doha unvorhersehbar; zivile Opfer urbaner Anschläge nahmen 2018 zu, Kabul galt erneut als gefährlichste Hauptstadt der Welt.
Thema: Lageeinschätzung2018 bis nach Doha-Abkommenstellungnahmen\05-zeino.json