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Bewertung Einleitung — sieben Kernlehren aus 20 Jahren S. 3

SIGAR-Bericht „What We Need to Learn” (August 2021): sieben zentrale Lehren aus 20 Jahren Wiederaufbau

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„1. Die amerikanische Regierung hatte stets große Schwierigkeiten, eine kohärente Strategie zur Erreichung der erhofften Ergebnisse zu erarbeiten und umzusetzen. 2. Die amerikanische Regierung unterschätzte immer wieder die für den …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„1. Die amerikanische Regierung hatte stets große Schwierigkeiten, eine kohärente Strategie zur Erreichung der erhofften Ergebnisse zu erarbeiten und umzusetzen. 2. Die amerikanische Regierung unterschätzte immer wieder die für den Wiederaufbau Afghanistans nötige Zeit, setzte unrealistische Fristen und hatte unrealistische Erwartungen, die schnelle Ausgaben begünstigten. Dies erhöhte die Korruption und reduzierte die Effektivität der Programme. 3. Viele der von den Vereinigten Staaten geschaffenen Institutionen und Infrastrukturprojekte waren nicht tragfähig. 4. Eine kontraproduktive zivile und militärische Personalpolitik und —Praxis behinderte die Bemühungen. 5. Die anhaltende Unsicherheit untergrub die Wiederaufbaubemühungen erheblich. 6. Die amerikanische Regierung verstand den afghanischen Kontext nicht und versäumte es, ihre Bemühungen entsprechend auszurichten. 7. Die amerikanischen Behörden führten Monitoring und Evaluationen nur selten in einem Maße durch, dass ausgereicht hätte, die Auswirkungen ihrer Anstrengungen zu verstehen.“

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)196, S. 3 (Original, neues Fenster)

Aus 20 Jahren Wiederaufbau identifiziert SIGAR sieben zentrale Lehren: (1) chronische Schwierigkeiten, eine kohärente Strategie zu erarbeiten und umzusetzen; (2) systematische Unterschätzung der Zeit, unrealistische Fristen, schnelle Ausgaben förderten Korruption und reduzierten Effektivität; (3) viele Institutionen und Infrastrukturprojekte waren nicht tragfähig; (4) kontraproduktive zivile und militärische Personalpolitik; (5) anhaltende Unsicherheit untergrub Wiederaufbau; (6) US-Regierung verstand den afghanischen Kontext nicht; (7) Monitoring und Evaluation reichten selten aus, um Wirkungen zu verstehen.

Thema: Lehren für die Zukunft Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Die Faktoren, die zum Zusammenbruch der afghanischen Regierung und ihrer Sicherheitskräfte führten (deutsche Übersetzung)

Autor:in: John F. Sopko und David H. Young

John F. Sopko: Sondergeneralinspektor der US-Regierung für den Wiederaufbau in Afghanistan (SIGAR); David H. Young: SIGAR-Teamleiter „Lessons Learned”-Programm

Ausschussdrucksache: 20(27)196

Datum: 2023-03-02

Art des Belegs: wörtliches Zitat

Weiteres aus derselben Quelle

Feststellung Zusammenbruch der Zivilregierung — sechs Faktoren S. 4

SIGAR identifiziert sechs unmittelbare Faktoren des Zusammenbruchs der zivilen Regierung

SIGAR identifiziert sechs unmittelbare Faktoren des Zusammenbruchs der Zivilregierung: (1) die Regierung glaubte nicht an einen tatsächlichen US-Abzug und war unvorbereitet; (2) Ausschluss von den US-Taliban-Gesprächen schwächte und unterminierte sie; (3) sie bestand trotz ihrer schwachen Position auf Integration der Taliban in die Republik; (4) die Taliban waren nicht kompromissbereit; (5) Ghani regierte mit einem engen, selektiven Loyalistenkreis; (6) langfristig: starke Zentralisierung, fehlende Legitimität und endemische Korruption.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte stellungnahmen\11-sopko-young-schriftlich.json
Bewertung Faktor 1 — Republik glaubte nicht an US-Abzug S. 6–7

Republik nahm US-Abzug nicht ernst; Mohib: Biden-Ankündigung war „Schock”

Die afghanische Regierung sei beim Abzug der USA und ihrer Vertragsnehmer gänzlich unvorbereitet für den Kampf gegen die Taliban gewesen. Mohib bestätigte SIGAR, Bidens April-Ankündigung sei ein „Schock” gewesen, weil US-Vertreter zuvor stets ein Bekenntnis zu einem unabhängigen, demokratischen Afghanistan abgegeben und Argumente eines „Vorwand”-Abzugs zurückgewiesen hatten.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte Akteure: Hamdullah Mohib, Joe Biden stellungnahmen\11-sopko-young-schriftlich.json
Bewertung Faktor 2 — Ausschluss Kabuls aus Doha S. 7–8

Doha-Ausschluss bestätigte Taliban-Narrativ „Marionette”, Llorens, Sadat und Curtis bestätigen

Mehrere Insider bestätigten gegenüber SIGAR den unterminierenden Effekt des Doha-Ausschlusses: Hugo Llorens: Der Ausschluss habe das Taliban-Narrativ „Kabul ist Marionette” bestätigt; Sami Sadat: Die psychologische Wirkung habe afghanische Soldaten in den Überlebensmodus umschalten lassen; Lisa Curtis (NSC): Das Abkommen habe „den Taliban nicht genug abverlangt, die Regierung verunsichert und die Moral der ANSF untergraben”.

Thema: Doha-Abkommen Akteure: Hugo Llorens, Sami Sadat, Lisa Curtis stellungnahmen\11-sopko-young-schriftlich.json
Bewertung Faktor 3 — Republik bestand auf Integration der Taliban S. 8–9

Ghani-Team hielt sich bis zur Woche vor Kollaps für „dominierende politische Kraft”; Fluchtsperre erlaubte keine Übergangsregierung

Hekmat Karzai konstatierte „enormen Druck” auf beiden Seiten zur „Absorption”. Bis zur Woche vor dem Kollaps habe sich die Ghani-Regierung für die dominierende politische Kraft gehalten; Ghani weigerte sich bis zuletzt zur Machtabgabe. Wäre er in Kabul geblieben, hätte vermutlich eine vermittelte Übergangsregierung mit Beteiligung Regierung und Taliban gebildet werden können und Verfassungselemente erhalten bleiben. Seine Flucht am 15. August machte das unmöglich.

Thema: Innerafghanische Verhandlungen Akteure: Hekmat Karzai, Hamdullah Mohib, Aschraf Ghani stellungnahmen\11-sopko-young-schriftlich.json
Sachverständige:r Faktor 4 — Taliban nicht kompromissbereit S. 9–10

Taliban sahen Aufstand als „rechtmäßigen Dschihad”; Brooking: Linie seit 2010 unverändert; Stanekzai: „Wir sind die Supermacht”

Die Taliban betrachteten den Aufstand als „rechtmäßigen Dschihad” und „rechtliche, religiöse und nationale Verpflichtung”. Steve Brooking (Ex-UN-Berater für Frieden und Aussöhnung): Die Linie blieb von 2012 bis 2021 unverändert, die Verfassung 2004 sei „im Schatten von B-52-Bombern” entstanden und inakzeptabel; Verhandlungspartner sei nur die USA, nicht die „Marionette” in Kabul. Verhandlungsführer Stanekzai zu Mohammad Nateqi: „Wir sind die Supermacht in Afghanistan. Wir sind die Supermacht in der Welt.”

Thema: Taliban Akteure: Steve Brooking, Abbas Stanekzai, Mohammad Nateqi stellungnahmen\11-sopko-young-schriftlich.json