BewertungFrage 12 — Reformen, die Regimewechsel überdauern könntenS. 10
Trotz katastrophalem Ende: deutsches Engagement brachte ein vergessenes Land zurück mit der Welt in Kontakt
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„Trotz des katastrophalen und beschämenden Endes der Intervention haben die vergangenen zwei Jahrzehnte auch dank des deutschen Engagements dafür gesorgt, ein komplett isoliertes, vergessenes, bettelarmes, nach dem Ende des Kalten Krieges fatalerweise ignoriertes Land wieder mit der Welt in Kontakt zu bringen. Internet und Smartphone gehören heute für Millionen Afghaninnen und Afghanen zum Alltag.“
Trotz katastrophalem Ende der Intervention habe das deutsche Engagement (mit) dazu beigetragen, ein nach dem Kalten Krieg „ignoriertes” Land wieder mit der Welt zu verbinden; Internet und Smartphone gehörten heute für Millionen Afghan:innen zum Alltag.
Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens beherrschten die Taliban weite ländliche Gebiete, während die Regierung die großen Städte hielt. Die afghanische Armee sei dabei auf amerikanische Luftunterstützung angewiesen gewesen; die Zivilbevölkerung sei zwischen unklaren Fronten gefangen gewesen.
Das Doha-Abkommen sei kein Friedensabkommen für Afghanistan gewesen, sondern ein bilaterales Abzugsabkommen zwischen den USA (und damit zwangsläufig auch den Verbündeten) und den Taliban.
Fast durchgängig seit 2001 seien fundamentale Afghanistan-Entscheidungen aus innenpolitischen Motiven der intervenierenden Mächte heraus getroffen worden, nicht primär aus afghanischer Realität.
Die Islamische Republik sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens enorm geschwächt gewesen: Die offenbar erneut gefälschte Präsidentschaftswahl (die vierte in zwei Jahrzehnten) habe die Elite gespalten, der lähmende Machtkampf zwischen Ghani und Abdullah die Staatsmacht erodiert und die Bevölkerung weiter entfremdet.