BewertungFrage 11 — Deutsche Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel KunduzS. 9–10
Heute: deutsche Frauensender verschwunden, Flughafen und Feldlager verfallen, gebildete Jugend geflohen
Originalstelle
„Von Deutschland aufgebaute und finanzierte Frauensender gibt es heute nicht mehr. Der von Deutschland aufgebaute Flughafen und das ehemalige deutsche Feldlager sind in einem jämmerlichen Zustand. Viele junge, hochgebildete Menschen sind aus der Region geflohen – nach Kabul oder Mazar und ins Ausland. Eine Zukunft in Kunduz können sie sich nicht vorstellen. Das zeichnet für mich ein bedenkenswertes Bild über Erfolg und Misserfolg einer militarisierten Entwicklungszusammenarbeit.“
Von Deutschland aufgebaute Frauensender gebe es heute nicht mehr; Flughafen und Feldlager seien in jämmerlichem Zustand, viele junge, hochgebildete Menschen seien nach Kabul, Mazar oder ins Ausland geflohen. Das ergebe ein bedenkenswertes Bild zu Erfolg und Misserfolg militarisierter EZ.
Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens beherrschten die Taliban weite ländliche Gebiete, während die Regierung die großen Städte hielt. Die afghanische Armee sei dabei auf amerikanische Luftunterstützung angewiesen gewesen; die Zivilbevölkerung sei zwischen unklaren Fronten gefangen gewesen.
Das Doha-Abkommen sei kein Friedensabkommen für Afghanistan gewesen, sondern ein bilaterales Abzugsabkommen zwischen den USA (und damit zwangsläufig auch den Verbündeten) und den Taliban.
Fast durchgängig seit 2001 seien fundamentale Afghanistan-Entscheidungen aus innenpolitischen Motiven der intervenierenden Mächte heraus getroffen worden, nicht primär aus afghanischer Realität.
Die Islamische Republik sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens enorm geschwächt gewesen: Die offenbar erneut gefälschte Präsidentschaftswahl (die vierte in zwei Jahrzehnten) habe die Elite gespalten, der lähmende Machtkampf zwischen Ghani und Abdullah die Staatsmacht erodiert und die Bevölkerung weiter entfremdet.