Anfangs viele westliche Unterstützer; je mehr Krieg und zivile Tote, desto mehr Taliban-Zulauf
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„Die Besatzungstruppen von USA und NATO hatten gerade in der Anfangsphase durchaus sehr viele Unterstützer – doch je mehr Dörfer vom Krieg erfasst wurden, je mehr Zivilisten ihr Leben verloren, je mehr Luftangriffe (bemannt und unbemannt) Zivilisten trafen, desto mehr Zulauf bekamen die Taliban. Präsident Karzai hat frühzeitig darauf hingewiesen – wobei Karzai selber ebenfalls ein Meister des taktischen Allianzwechsels ist.“
Anfangs hätten US- und NATO-Truppen sehr viele Unterstützer gehabt. Je mehr Dörfer vom Krieg erfasst wurden, mehr Zivilisten starben und Luftangriffe Zivilist:innen trafen, desto mehr Zulauf hätten die Taliban bekommen; Karzai habe früh darauf hingewiesen, sei aber selbst ein Meister taktischer Allianzwechsel.
Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens beherrschten die Taliban weite ländliche Gebiete, während die Regierung die großen Städte hielt. Die afghanische Armee sei dabei auf amerikanische Luftunterstützung angewiesen gewesen; die Zivilbevölkerung sei zwischen unklaren Fronten gefangen gewesen.
Das Doha-Abkommen sei kein Friedensabkommen für Afghanistan gewesen, sondern ein bilaterales Abzugsabkommen zwischen den USA (und damit zwangsläufig auch den Verbündeten) und den Taliban.
Fast durchgängig seit 2001 seien fundamentale Afghanistan-Entscheidungen aus innenpolitischen Motiven der intervenierenden Mächte heraus getroffen worden, nicht primär aus afghanischer Realität.
Die Islamische Republik sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens enorm geschwächt gewesen: Die offenbar erneut gefälschte Präsidentschaftswahl (die vierte in zwei Jahrzehnten) habe die Elite gespalten, der lähmende Machtkampf zwischen Ghani und Abdullah die Staatsmacht erodiert und die Bevölkerung weiter entfremdet.