Beispiel Atta Mohammed Noor; Beispiel Sicherheitskräfte (Soldaten ohne Munition, Generäle reich)
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„Der Fall des Provinzfürsten Atta Mhd. Noor ist ein herausragendes Beispiel für Korruption und gehört aus deutscher Sicht besonders genau unter die Lupe genommen. Wie die NZZ schon 2014 sehr richtig schrieb: „Er lebt wie ein König und regiert im Stil eines Mafiachefs”. Weiteres herausragendes Beispiel für Korruption: die afghanischen Sicherheitskräfte, hier vor allem die Armee. Während Soldaten im Gefecht die Munition ausging, sie fürchterlich hungerten und keinen Sold bekamen, wurden Führungskräfte und Minister schwer reich. Viele leben heute im Ausland, viele haben Immobilien erworben. Warum sollten die afghanischen Sicherheitskräfte für dieses System, das zudem von seinen westlichen Partnern fallengelassen wurde, ihr Leben riskieren?“
Der frühere Gouverneur Atta Mohammed Noor sei ein herausragendes Korruptionsbeispiel (NZZ 2014: „lebt wie ein König und regiert wie ein Mafiachef”); ein weiteres seien die Sicherheitskräfte selbst: Während Soldaten Munition und Sold fehlten und sie hungerten, seien Führungskräfte und Minister schwer reich geworden, viele lebten heute im Ausland mit Immobilien. Petersmann fragt rhetorisch, warum die Sicherheitskräfte für ein solches System ihr Leben riskieren sollten.
Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens beherrschten die Taliban weite ländliche Gebiete, während die Regierung die großen Städte hielt. Die afghanische Armee sei dabei auf amerikanische Luftunterstützung angewiesen gewesen; die Zivilbevölkerung sei zwischen unklaren Fronten gefangen gewesen.
Das Doha-Abkommen sei kein Friedensabkommen für Afghanistan gewesen, sondern ein bilaterales Abzugsabkommen zwischen den USA (und damit zwangsläufig auch den Verbündeten) und den Taliban.
Fast durchgängig seit 2001 seien fundamentale Afghanistan-Entscheidungen aus innenpolitischen Motiven der intervenierenden Mächte heraus getroffen worden, nicht primär aus afghanischer Realität.
Die Islamische Republik sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens enorm geschwächt gewesen: Die offenbar erneut gefälschte Präsidentschaftswahl (die vierte in zwei Jahrzehnten) habe die Elite gespalten, der lähmende Machtkampf zwischen Ghani und Abdullah die Staatsmacht erodiert und die Bevölkerung weiter entfremdet.