Sachverständige:rFrage 8 — Institutionen und DaseinsvorsorgeS. 7
Republik nicht ohne ausländisches Geld lebensfähig; Personalwechsel-Takt lud zu Korruption ein
Originalstelle
„Die Islamische Republik war ohne ausländisches Geld nicht überlebensfähig. Es gab große Abhängigkeiten. Es gab korrupte Beamte, und es gab Beamte, die dienen wollten. … Die permanenten und zeitlich kurz getakteten Personalwechsel der ausländischen Partner taten ihr übriges. Alle sechs Monate neue Ansprechpartnerinnen zu haben lädt förmlich zu Zweifeln und zur Korruption ein.“
Die Islamische Republik sei ohne ausländisches Geld nicht überlebensfähig gewesen; es habe korrupte Beamte und ehrliche, dienstwillige Beamte gegeben. Die kurz getakteten Personalwechsel der ausländischen Partner (alle sechs Monate neue Ansprechpartner:innen) hätten Zweifel und Korruption befördert.
Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens beherrschten die Taliban weite ländliche Gebiete, während die Regierung die großen Städte hielt. Die afghanische Armee sei dabei auf amerikanische Luftunterstützung angewiesen gewesen; die Zivilbevölkerung sei zwischen unklaren Fronten gefangen gewesen.
Das Doha-Abkommen sei kein Friedensabkommen für Afghanistan gewesen, sondern ein bilaterales Abzugsabkommen zwischen den USA (und damit zwangsläufig auch den Verbündeten) und den Taliban.
Fast durchgängig seit 2001 seien fundamentale Afghanistan-Entscheidungen aus innenpolitischen Motiven der intervenierenden Mächte heraus getroffen worden, nicht primär aus afghanischer Realität.
Die Islamische Republik sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens enorm geschwächt gewesen: Die offenbar erneut gefälschte Präsidentschaftswahl (die vierte in zwei Jahrzehnten) habe die Elite gespalten, der lähmende Machtkampf zwischen Ghani und Abdullah die Staatsmacht erodiert und die Bevölkerung weiter entfremdet.