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Sachverständige:r Frage 5 — Schritte der afghanischen Regierung nach Doha S. 5–6

Ghani: bis zuletzt eigener Afghanistan-Vision verhaftet; Flucht statt geordneter Übergabe

Originalstelle
„Er schien ein Afghanistan zu sehen, dass nur er sah – und seine engsten Vertrauten schafften (oder wollten) es offenbar nicht, zu ihm durchzudringen. Ausländische Diplomatinnen und Politiker, die ihn trafen, zweifelten an seinem Gesundheitszustand. … Er träumte davon, das Land zum Handels- und Logistikzentrum für Zentral- und Südasien auszubauen. Er träumte offenbar auch dann noch davon, als die Taliban vor den Toren der Stadt standen und es einen verzweifelten last-minute-Versuch einer geordneten Machtübergabe gab. Doch der Versuch wurde durch seine Flucht zunichte gemacht. Bis heute glaubt Ghani, dass seine Flucht ein Blutbad verhindert hat. Er sieht sich als Heilsbringer, der sich geopfert hat – nicht als Feigling, der sein Land im Stich gelassen hat.“

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)101(neu), S. 5–6 (Original, neues Fenster)

Ghani habe ein „nur ihm zugängliches” Afghanistan-Bild gehabt; ausländische Diplomat:innen hätten an seinem Gesundheitszustand gezweifelt. Er habe noch vom Handels- und Logistikzentrum Zentral- und Südasiens geträumt, als die Taliban vor Kabul standen; ein letzter Versuch geordneter Machtübergabe sei durch seine Flucht zunichtegemacht worden. Bis heute sehe Ghani sich nicht als Feigling, sondern als Heilsbringer, dessen Flucht ein Blutbad verhindert habe.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Gutachten zum Panel „Zivilgesellschaft und Stabilität der Institutionen” — Lage in Afghanistan zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens

Autor:in: Sandra Petersmann

Journalistin (Deutsche Welle, DW), langjährige Afghanistan-Berichterstattung

Ausschussdrucksache: 20(27)101(neu)

Datum: 2022-09-07

Art des Belegs: wörtliches Zitat

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