BewertungFrage 4 — Haltung der afghanischen RegierungS. 5
Republik durch Korruption und Machtversessenheit von innen ausgehöhlt; Taliban profitierten
Originalstelle
„Auch das gehört zur afghanischen Wahrheit: maßlose Korruption und maßlose Machtversessenheit haben den mit Dollar künstlich aufgepumpten afghanischen Staat von innen zerfressen und ausgehöhlt. Ohne permanente Druckbetankung von außen war die Islamische Republik nicht überlebensfähig. Die Taliban haben davon profitiert.“
Maßlose Korruption und Machtversessenheit hätten den mit Dollars „künstlich aufgepumpten” afghanischen Staat von innen ausgehöhlt; ohne permanente Druckbetankung von außen sei die Islamische Republik nicht überlebensfähig gewesen. Die Taliban hätten davon profitiert.
Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens beherrschten die Taliban weite ländliche Gebiete, während die Regierung die großen Städte hielt. Die afghanische Armee sei dabei auf amerikanische Luftunterstützung angewiesen gewesen; die Zivilbevölkerung sei zwischen unklaren Fronten gefangen gewesen.
Das Doha-Abkommen sei kein Friedensabkommen für Afghanistan gewesen, sondern ein bilaterales Abzugsabkommen zwischen den USA (und damit zwangsläufig auch den Verbündeten) und den Taliban.
Fast durchgängig seit 2001 seien fundamentale Afghanistan-Entscheidungen aus innenpolitischen Motiven der intervenierenden Mächte heraus getroffen worden, nicht primär aus afghanischer Realität.
Die Islamische Republik sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens enorm geschwächt gewesen: Die offenbar erneut gefälschte Präsidentschaftswahl (die vierte in zwei Jahrzehnten) habe die Elite gespalten, der lähmende Machtkampf zwischen Ghani und Abdullah die Staatsmacht erodiert und die Bevölkerung weiter entfremdet.