Bridge the Gap.

← Humanitäre Lage

Sachverständige:r Frage 2 — Doha und Abschiebungen S. 3

Millionen entwurzelte Afghan:innen; Iran und Pakistan benutzen sie als Druckmittel

Originalstelle
„Noch heute sind rund 3,5 Millionen Menschen in Afghanistan entwurzelt. Noch heute leben Millionen von Afghanen in den Nachbarländern Iran (ca. 1 Million registriert, dazu viele nichtregistrierte) und Pakistan (ca. 1,5 Millionen registriert, dazu viele nichtregistrierte). Beide Länder benutzen Flüchtlinge auch als politisches Druckmittel, was bei vielen die nächste Flucht Richtung Türkei/Europa verursacht.“

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)101(neu), S. 3 (Original, neues Fenster)

Rund 3,5 Millionen Menschen seien in Afghanistan entwurzelt; in Iran lebten ca. 1 Million registrierte (zzgl. viele nicht registrierte), in Pakistan ca. 1,5 Millionen registrierte. Iran und Pakistan benutzten Flüchtlinge als politisches Druckmittel, was viele zur Weiterflucht Richtung Türkei und Europa treibt.

Thema: Humanitäre Lage Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Gutachten zum Panel „Zivilgesellschaft und Stabilität der Institutionen” — Lage in Afghanistan zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens

Autor:in: Sandra Petersmann

Journalistin (Deutsche Welle, DW), langjährige Afghanistan-Berichterstattung

Ausschussdrucksache: 20(27)101(neu)

Datum: 2022-09-07

Art des Belegs: wörtliches Zitat

Weiteres aus derselben Quelle

Sachverständige:r Frage 1 — Politische und Sicherheitslage zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens S. 1

Lagebild Anfang 2020: Taliban dominierten das Land, Regierung die Städte (mit US-Luftunterstützung)

Zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens beherrschten die Taliban weite ländliche Gebiete, während die Regierung die großen Städte hielt. Die afghanische Armee sei dabei auf amerikanische Luftunterstützung angewiesen gewesen; die Zivilbevölkerung sei zwischen unklaren Fronten gefangen gewesen.

Thema: Lageeinschätzung stellungnahmen\03-petersmann.json
Bewertung Frage 1 — Politische und Sicherheitslage zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens S. 1

Doha war kein Friedensabkommen, sondern bilaterales Abzugsabkommen

Das Doha-Abkommen sei kein Friedensabkommen für Afghanistan gewesen, sondern ein bilaterales Abzugsabkommen zwischen den USA (und damit zwangsläufig auch den Verbündeten) und den Taliban.

Thema: Doha-Abkommen stellungnahmen\03-petersmann.json
Sachverständige:r Frage 1 — Politische und Sicherheitslage zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens S. 1

Republik durch umstrittene Präsidentschaftswahl und Ghani-Abdullah-Machtkampf erodiert

Die Islamische Republik sei zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens enorm geschwächt gewesen: Die offenbar erneut gefälschte Präsidentschaftswahl (die vierte in zwei Jahrzehnten) habe die Elite gespalten, der lähmende Machtkampf zwischen Ghani und Abdullah die Staatsmacht erodiert und die Bevölkerung weiter entfremdet.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte Akteure: Aschraf Ghani, Abdullah Abdullah stellungnahmen\03-petersmann.json