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Bewertung Frage 3 — Bewertung des Doha-Abkommens S. 7

Truppenabzug → ANSF zunehmend isoliert; Reg.-Priorität Waffenstillstand kollidierte mit Taliban-Priorität Machtteilung

Originalstelle
„So hat der von den USA mit den Taliban ausgehandelte Truppenabzug der internationalen Streitkräfte dazu geführt, dass die afghanischen Sicherheitskräfte (ANSF) bei den auf hohem Gewaltniveau anhaltenden Kampfhandlungen zunehmend auf sich allein gestellt waren und eine maßgebliche Schwächung erfuhren. … Die hohen Verlust- und Desertionsraten der Streitkräfte verdeutlichte, warum die Regierung ihre politische Priorität auf die Aushandlung eines Waffenstillstands legen wollte. Dies stand im Gegensatz zum mutmaßlichen Interesse der Taliban, zuerst über Möglichkeiten ihrer Beteiligung an der Regierung und Machtverteilung zu reden.“

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)105, S. 7 (Original, neues Fenster)

Der von USA und Taliban ausgehandelte Truppenabzug habe die ANSF zunehmend isoliert und maßgeblich geschwächt; die hohen Verluste und Desertionsraten erklärten, warum die Regierung Waffenstillstand als Priorität wollte, was dem mutmaßlichen Taliban-Interesse (zuerst Machtteilung) widersprach. Hekmat Karzai und Gulbuddin Hekmatyar verfolgten zudem eigene Friedensverhandlungen mit den Taliban und unterminierten die Verhandlungsaussichten Ghanis.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte Akteure: Hekmat Karzai, Gulbuddin Hekmatyar Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Schriftliche Stellungnahme zum Panel „Zivilgesellschaft und Stabilität der Institutionen” — Lage in Afghanistan zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens

Autor:in: Dr. Katja Mielke

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC); ca. 20 Jahre wissenschaftliche und politikberatende Befassung mit Afghanistan, mehrfache Feldforschung; zuletzt im Januar 2020 in Kabul

Ausschussdrucksache: 20(27)105

Datum: 2022-09-12

Art des Belegs: wörtliches Zitat

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