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Sachverständige:r Frage 8 — Maßnahmen Republik/Verbündete nach Doha S. 21–22

Vier-Jahres-Plan 2017–2021 und „aktive Verteidigung” nach Doha: Reduktion offensiver Operationen, Taliban hielten reziproke Versprechen nicht

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„Im ersten Semester 2017 hatte die afghanische Republik einen auf vier Jahre (sprich bis 2021) angelegten Plan für die afghanischen Sicherheitskräfte angekündigt. Dieser Plan beinhaltete die folgenden vier Schlüsselelemente: (i) Erweiterung …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Im ersten Semester 2017 hatte die afghanische Republik einen auf vier Jahre (sprich bis 2021) angelegten Plan für die afghanischen Sicherheitskräfte angekündigt. Dieser Plan beinhaltete die folgenden vier Schlüsselelemente: (i) Erweiterung der Kampfstärke … (ii) Verbesserung der Führung; (iii) Vereinheitlichung der Führungs- und Einsatzstruktur; und (iv) Korruptionsbekämpfung. … Das Endziel des genannten Planes — während 2017 und 2018 offensive Kräfte aufzustocken und Sicherheitskräfte so umzustrukturieren, dass im Jahre 2019 das Blatt im Kampf gewendet werden kann — wurde jedoch verfehlt. … Dies gesagt wurden die republikanischen Sicherheitskräfte nach Unterzeichnung des Doha-Abkommens jedoch in einen als ‚aktive Verteidigung' bezeichneten Zustand befohlen. Dies bedeutete essentielle, dass afghanische Streitkräfte nur noch defensive, jedoch grundsätzlich keine offensiven Operationen mehr ausführen durften. … Dies wurde gemacht, um Friedensbemühungen eine echte Chance zu geben. Afghanische Beamte und Offiziere sahen dies aber bald als unangebrachte Einschränkung an. Dies galt umso mehr als solche Beamten und Offiziere sich beklagten, dass sich die Taliban — entgegen abgegebener Versprechen und Behauptungen — nicht an eine reziproke Reduktion von Gewalttaten hielten.“

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)106, S. 21–22 (Original, neues Fenster)

Die Republik kündigte 2017 einen Vier-Jahres-Plan an (Erweiterung Spezialops und Luftwaffe, bessere Führung, Vereinheitlichung Befehlsstruktur, Korruptionsbekämpfung). Das Endziel, 2019 das Blatt zu wenden, wurde verfehlt. Nach Doha wurde der „aktive Verteidigung”-Befehl erteilt: nur defensive, keine offensiven Operationen. Das sollte dem Friedensprozess eine Chance geben; afghanische Offiziere sahen das als unangebrachte Einschränkung, vor allem weil die Taliban reziproke Versprechen nicht hielten.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Schriftliche Stellungnahme zum Panel „Beurteilung der Sicherheitslage und militärischen Lage”

Autor:in: Franz J. Marty

Freischaffender Journalist & Fellow des Swiss Institute for Global Affairs (SIGA); seit Dezember 2014 ständig in Afghanistan tätig

Ausschussdrucksache: 20(27)106

Datum: 2022-09-12

Art des Belegs: wörtliches Zitat

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