Bridge the Gap.

← Afghanische Regierung & Streitkräfte

Bewertung Leistungsfähigkeit der ANSF S. 10–11

Trump-Doha-Entscheidung + Bidens unkonditionierter Abzug als wichtigster Einzelfaktor des ANSF-Kollapses

Originalstelle
„Weitgehend unstrittig in der wissenschaftlichen Literatur ist, dass der wichtigste Einzelfaktor für den Zusammenbruch der afghanischen Streitkräfte im August 2021 die Entscheidung der Regierung Trump gewesen ist, ihre Streitkräfte aus Afghanistan abzuziehen, wie dies im Doha-Abkommen vereinbart ist, gefolgt von der Ankündigung des vollständigen, bedingungslosen Abzugs durch Präsident Biden im April 2021. Aufgrund der Abhängigkeit der afghanischen von den amerikanischen Streitkräften haben diese auf einander aufbauenden Entscheidungen nicht nur die Kampfkraft der ANSF, sondern auch deren Moral erheblich geschwächt.“

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)107, S. 10–11 (Original, neues Fenster)

In der wissenschaftlichen Literatur sei weitgehend unstrittig, dass der wichtigste Einzelfaktor des ANSF-Zusammenbruchs die Trump-Doha-Abzugsentscheidung war, gefolgt von Bidens Ankündigung des vollständigen, bedingungslosen Abzugs im April 2021. Beide Entscheidungen schwächten Kampfkraft und Moral der ANSF erheblich, da sie stark von US-Streitkräften abhängig waren.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Schriftliche Stellungnahme zum Panel „Beurteilung der Sicherheitslage und militärischen Lage”

Autor:in: Dr. Markus Kaim

Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin

Ausschussdrucksache: 20(27)107

Datum: 2022-09-13

Art des Belegs: wörtliches Zitat

Verwandte Aussagen

Sachverständige:r Frage 6 — Leistungsfähigkeit der ANA/ANSF S. 6

Abbruch von US-Luftunterstützung und Logistik war Kollapsursache; bis zu 8.000 US-Contractors abgezogen

Viele afghanische Luftfahrzeuge seien von US-Contractors gewartet worden, angeblich bis zu 8.000, die rund um die Uhr Ersatzteile bauten und reparierten; mit dem nächtlichen US-Abzug aus Bagram sei diese Unterstützung erloschen. Die zivilen Unterstützer wären nicht schnell ersetzbar gewesen.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte stellungnahmen\06-domroese.json

Weiteres aus derselben Quelle

Sachverständige:r Lage zum Jahreswechsel 2019/2020 S. 2

08.11.2019–06.02.2020: knapp 5.000 sicherheitsrelevante Vorfälle, 68 % in Süd-, Nord- und Ostregion

Zwischen 08.11.2019 und 06.02.2020 verzeichnete UNAMA knapp 5.000 sicherheitsrelevante Vorfälle. Süd-, Nord- und Ostregion machten 68 % aus; der Rückgang Ende 2019 und Anfang 2020 entsprach saisonal den Wintermonaten, ein landesweiter Rückgang setzte erst am 22.02.2020 als Folge der US-Taliban-Gespräche ein.

Thema: Lageeinschätzung 11/2019–02/2020 stellungnahmen\07-kaim.json
Sachverständige:r Lage zum Jahreswechsel 2019/2020 S. 2

US-Regierung 9/2019: 2.000–5.000 IS-K-Kämpfer aktiv; Taliban-Al-Qaida-Beziehungen weiterhin eng

Die US-Regierung schätzte im September 2019, dass zwischen 2.000 und 5.000 IS-K-Kämpfer in Afghanistan aktiv seien; IS-K sei die aktivste Terrorgruppe; zugleich betonte sie, die Beziehungen zwischen Al-Qaida und den Taliban seien weiterhin eng.

Hinweis: Spannung zu Zerbin, der die Glaubwürdigkeit der Al-Qaida-Abkehr der Taliban betont. Kaim und Petersmann berichten dagegen weiterhin enge Beziehungen.
Thema: Taliban stellungnahmen\07-kaim.json
Bewertung Doha-Verhandlungen unter Ausschluss Kabuls S. 3–4

Trump bereitete das Narrativ vor, die Kabuler Regierung sei selbst verantwortlich

Trump habe die Kostenlast der USA betont und der afghanischen Regierung die Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg zugewiesen und damit das Narrativ vorbereitet, das den Abzug 2021 begleiten sollte: nicht der Westen sei gescheitert, sondern die Kabuler Regierung sei direkt für die Machtergreifung der Taliban verantwortlich.

Thema: Doha-Abkommen stellungnahmen\07-kaim.json