ANSF kosteten 5–6 Mrd. $ pro Jahr: 75 % USA, 1 Mrd. $ NATO-Partner, 500 Mio. $ AFG; Autarkie bis 2024 nicht realistisch
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„Seit 2014 haben die Vereinigten Staaten etwa 75% der geschätzten 5 bis 6 Milliarden Dollar pro Jahr für die afghanischen Sicherheitskräfte (ANSF) bereitgestellt, der Rest wurde von den NATO-Partnern (1 Milliarde Dollar jährlich) und der afghanischen Regierung (500 Millionen Dollar) aufgebracht. Das Pentagon berichtete im Juni 2020, dass eine vollständige finanzielle Autarkie bis 2024 nicht realistisch erscheint, selbst wenn die Gewalt im Lande und damit die Truppenstärke deutlich zurückgingen. … Die Gesamtstärke der ANSF wurde im Juli 2020 mit fast 289.000 Mann angegeben. Weitere Kennzahlen … wurden von den US-Streitkräften in Afghanistan seit dem Oktober 2017 auf Ersuchen der afghanischen Regierung als geheim eingestuft.“
Seit 2014 hätten die USA 75 % der ANSF-Kosten von 5–6 Mrd. $ pro Jahr getragen (NATO-Partner 1 Mrd. $, AFG 500 Mio. $); das Pentagon sah Juni 2020 eine finanzielle Autarkie bis 2024 als nicht realistisch, selbst bei sinkender Gewalt. ANSF-Gesamtstärke Juli 2020: ~289.000; weitere Kennzahlen (incl. Gefallenenzahlen) wurden seit Oktober 2017 auf Wunsch Kabuls als geheim eingestuft.
Zum Jahreswechsel 2019/2020 habe die internationale Gemeinschaft ihre Bereitschaft zu intensiviertem Engagement weitgehend verloren. Nicht nur unter Trump, sondern in vielen westlichen Regierungen sei nach knapp zwanzig Jahren die Geduld mit Afghanistan erschöpft gewesen.
Zwischen 08.11.2019 und 06.02.2020 verzeichnete UNAMA knapp 5.000 sicherheitsrelevante Vorfälle. Süd-, Nord- und Ostregion machten 68 % aus; der Rückgang Ende 2019 und Anfang 2020 entsprach saisonal den Wintermonaten, ein landesweiter Rückgang setzte erst am 22.02.2020 als Folge der US-Taliban-Gespräche ein.
Die US-Regierung schätzte im September 2019, dass zwischen 2.000 und 5.000 IS-K-Kämpfer in Afghanistan aktiv seien; IS-K sei die aktivste Terrorgruppe; zugleich betonte sie, die Beziehungen zwischen Al-Qaida und den Taliban seien weiterhin eng.
Hinweis: Spannung zu Zerbin, der die Glaubwürdigkeit der Al-Qaida-Abkehr der Taliban betont. Kaim und Petersmann berichten dagegen weiterhin enge Beziehungen.
Die westliche Afghanistan-Politik, insbesondere die der NATO und damit auch der Bundesrepublik, sei politisch wie militärisch vollständig von der US-Politik abhängig gewesen.
Trump habe die Kostenlast der USA betont und der afghanischen Regierung die Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg zugewiesen und damit das Narrativ vorbereitet, das den Abzug 2021 begleiten sollte: nicht der Westen sei gescheitert, sondern die Kabuler Regierung sei direkt für die Machtergreifung der Taliban verantwortlich.