Sachverständige:rBildung von Mädchen und FrauenS. 3
Aus traditioneller ländlicher Sicht galten „westliche Bildungsideen” als unislamisch
Originalstelle
„Aus der traditionellen afghanischen und männlichen Sicht, die besonders in den ländlichen Gebieten verankert ist, wurden diese „westlichen Bildungsideen” für Mädchen und Frauen als störend und unislamisch wie auch gegen die Tradition der jeweiligen Ethnien gerichtet, betrachtet. Deshalb wurden auch immer wieder Angriffe gegen Mädchenschulen durchgeführt.“
Aus traditioneller, ländlich verankerter Sicht seien westliche Bildungsangebote für Mädchen und Frauen als störend, unislamisch und gegen ethnische Traditionen wahrgenommen worden; daher habe es immer wieder Angriffe auf Mädchenschulen gegeben.
Dokument: Schriftliche Stellungnahme zur Expertenanhörung des 1. Untersuchungsausschusses (Afghanistan)
Autor:in: Hans-Hermann Dube
Ministerialrat a.D.; Mitarbeiter der GTZ/GIZ 2003–2015, verantwortlich für GIZ-International Services Afghanistan; Wohnsitz Afghanistan 2003–2008, dann Indien; Gastdozent an der Führungsakademie der Bundeswehr
Dube stellt ausdrücklich klar, dass er nicht im Auftrag von BMVg, BMZ oder GIZ spricht, sondern eine private, auf jahrzehntelanger Regionalerfahrung beruhende Einschätzung gibt.
Nach dem Sowjet-Abzug versank Afghanistan in einen Bürgerkrieg um Macht, Einfluss und Geld; lokale Warlords mordeten, plünderten, vergewaltigten und zerstörten. Die Bevölkerung litt landesweit unter ihrem Terror.
Rund um 1994 formierten sich in Kandahar die als „Schüler” („Taliban”) bezeichneten Kämpfer mit dem Ziel, den Bürgerkrieg zu beenden, was ihnen gelang.
Thema: Talibanab ca. 1994stellungnahmen\01-dube.json