Sachverständige:rWahrnehmung in der BevölkerungS. 3ab 2003
Dorfälteste fragten ab 2003, warum Bürgerkriegs-Verbrecher Regierungsposten bekamen
Originalstelle
„Bei meinen vielfältigen Reisen im gesamten Afghanistan wurde ich schon ab 2003 immer wieder von vielen Dorfältesten angesprochen, warum „wir” denn die Verbrecher aus der Bürgerkriegszeit in alle relevanten Posten der Regierung gebracht hätten, denn das wären doch schließlich die Verantwortlichen gewesen, die Afghanistan nach Abzug der Sowjets in Schutt und Asche legten.“
Schon ab 2003 hätten Dorfälteste auf Reisen wiederholt gefragt, warum „wir” die für die Verwüstung Afghanistans verantwortlichen Bürgerkriegs-Akteure in relevante Regierungsposten gebracht hätten.
Dokument: Schriftliche Stellungnahme zur Expertenanhörung des 1. Untersuchungsausschusses (Afghanistan)
Autor:in: Hans-Hermann Dube
Ministerialrat a.D.; Mitarbeiter der GTZ/GIZ 2003–2015, verantwortlich für GIZ-International Services Afghanistan; Wohnsitz Afghanistan 2003–2008, dann Indien; Gastdozent an der Führungsakademie der Bundeswehr
Dube stellt ausdrücklich klar, dass er nicht im Auftrag von BMVg, BMZ oder GIZ spricht, sondern eine private, auf jahrzehntelanger Regionalerfahrung beruhende Einschätzung gibt.
Nach dem Sowjet-Abzug versank Afghanistan in einen Bürgerkrieg um Macht, Einfluss und Geld; lokale Warlords mordeten, plünderten, vergewaltigten und zerstörten. Die Bevölkerung litt landesweit unter ihrem Terror.
Rund um 1994 formierten sich in Kandahar die als „Schüler” („Taliban”) bezeichneten Kämpfer mit dem Ziel, den Bürgerkrieg zu beenden, was ihnen gelang.
Thema: Talibanab ca. 1994stellungnahmen\01-dube.json