Bridge the Gap.

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Bewertung Vorbemerkung — ISAF-zu-RSM-Übergang S. 2

Beschränkung der Ausbildung auf Kasernen kostete Bevölkerungsnähe; das rächte sich beim Abzug

Originalstelle
„Nur in einem sehr wichtigen Punkt äußerten drittens viele Militärs Bedenken gegen den neuen Ansatz, Ausbildung ausschließlich auf Kasernen und auf Übungsplätzen zu beschränken. … Insgesamt hieß das für TAA: Verzicht auf Anleitung/Begleitung und Kontrolle der ANSF in ihrer täglichen Arbeit in den Städten, in den Dörfern und auf den Straßen. … Der Verzicht auf die Verbindung zur Bevölkerung und der Verlust unserer Kontakte zu Gouverneuren, Politikern und Organisationen zu deren Schutz und Sicherheit wir ja am Hindukusch waren, sollten sich beim überstürzten Abzug rächen.“

Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)99, S. 2 (Original, neues Fenster)

Viele Militärs hätten Bedenken gegen die Ausbildung nur in Kasernen und auf Übungsplätzen gehabt. Der Verzicht auf Anleitung, Begleitung und Kontrolle der ANSF im Umgang mit der Bevölkerung und der Verlust von Kontakten zu Gouverneuren, Politikern und Organisationen habe sich beim überstürzten Abzug gerächt.

Thema: Ressortabstimmung Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Stellungnahme „Beurteilung der militärischen Lage” — Lage in Afghanistan zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens

Autor:in: Hans-Lothar Domröse

General a.D.; Januar 2008 – Januar 2009 Chef des Stabes im US-geführten ISAF-HQ, Kabul; Dezember 2012 – März 2016 Befehlshaber im NATO Joint Forces Command Brunssum (NLD), u.a. verantwortlich für die NATO-geführte Mission in Afghanistan

Ausschussdrucksache: 20(27)99

Datum: 2022-09-05

Art des Belegs: wörtliches Zitat

Weiteres aus derselben Quelle

Sachverständige:r Vorbemerkung — ISAF-zu-RSM-Übergang S. 2

Zwei Missionen nebeneinander: RSM (Train, Assist, Advise) und US-GWOT, für Bevölkerung nicht unterscheidbar

Mit RSM und dem parallelen US-Auftrag „Global War on Terror” (GWOT) hätten zwei sehr unterschiedliche Missionen nebeneinander bestanden. Weder die afghanische Bevölkerung noch UN-Mitarbeiter konnten unterscheiden, welches Kontingent ausbildete und welches kämpfte.

Thema: NATO & Bündnis stellungnahmen\06-domroese.json
Sachverständige:r Frage 1 — politische und Sicherheitslage zum Zeitpunkt des Doha-Abkommens S. 3

Politische Lage angespannt, militärische Lage relativ stabil: „landestypisch relativ sicher”

Die politische Lage sei „angespannt” gewesen (faktisch zwei Regierungschefs, schwieriges Verhältnis zu Pakistan, Einsatzmüdigkeit der truppenstellenden Nationen); die militärische Lage sei dennoch relativ stabil und nicht besorgniserregend gewesen, aus Domröses Sicht „landestypisch relativ sicher”.

Hinweis: Domröses Lagebild („relativ sicher”) steht in deutlicher Spannung zu Petersmanns „Hoffnungslosigkeit / schlechte Sicherheitslage” und Zerbins Beschreibung anhaltender Unsicherheit.
Thema: Lageeinschätzung stellungnahmen\06-domroese.json