Sicherheitspolitik als Verbindung dreier Fähigkeiten: militärisches Handeln, Umfeldgestaltung, Resilienz
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„In diesem Sinne sollte Sicherheitspolitik als Verbindung von drei Fähigkeiten verstanden werden: die Fähigkeit (1) zu militärischem Handeln, (2) zur Gestaltung des sicherheitspolitischen Umfelds ohne eigenes militärisches Handeln und (3) zur Stärkung staatlicher und gesellschaftlicher Resilienz. Vor allem in den letzten beiden Bereichen hat die EU herausragende Stärken …“
Sicherheitspolitik solle als Verbindung dreier Fähigkeiten verstanden werden: militärisches Handeln, Gestaltung des sicherheitspolitischen Umfelds ohne eigenen Militäreinsatz und Stärkung staatlicher und gesellschaftlicher Resilienz. In den letzten beiden Bereichen liegen besondere EU-Stärken, die der NATO fehlen.
Dokument: Stellungnahme — Antworten zum Fragenkatalog der Clustergruppe 3 „Internationale Steuerung/Koordinierung/Einbindung“ der Enquete-Kommission „Lehren aus Afghanistan für das künftige vernetzte Engagement Deutschlands“
Autor:in: Dr. Dirk Peters
PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung
Schon vor Einsatzbeginn bestehe die zentrale Herausforderung in unterschiedlichen sicherheitspolitischen Interessen und Traditionen der teilnehmenden Staaten; sie erschwerten bereits die gemeinsame Lagebeurteilung und führten zu Kompromissen bei Zielen und Mitteln, die der Wirksamkeit schaden könnten.
Im Verlauf eines Einsatzes drohten die Interessen der beteiligten Regierungen auseinanderzudriften, besonders wenn sich anfängliche Erwartungen nicht erfüllten und der unmittelbare Handlungsdruck nachlasse. Den Einsatz dann effektiv fortzuführen oder geordnet zu beenden, könne außerordentlich schwierig sein.
Nationale Vorbehalte („Caveats“), oft an parlamentarische Zustimmung geknüpft, beschränkten den Einsatz von Streitkräften stärker als das internationale Mandat und erschwerten die militärische Führung erheblich, weil neben Mandat und operationalen Notwendigkeiten immer auch die jeweiligen nationalen Einschränkungen berücksichtigt werden müssten.
Die unabhängige Evaluation internationaler Einsätze sei durch militärische Geheimhaltung und Misstrauen gegenüber externen Evaluatoren erschwert; auch die Verstetigung von „lessons learned“ sei schwierig, und Ad-hoc-Koalitionen trifft das stärker als organisationsgetragene Einsätze.
Es bestehe ein Zielkonflikt zwischen Größe (Legitimität, Kosteneinsparung) und Kohärenz (weniger Interessendivergenz) einer Einsatzkoalition; eng verbundene Staaten (etwa NATO-Mitglieder mit gemeinsamer Allied Joint Doctrine sowie gemeinsamer Ausbildung) könnten viele Probleme abfedern.