Empfehlung: ehrliche Ansprache, denn die Öffentlichkeit ist resilienter als angenommen
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„Die Nicht-Rede vom ‚Krieg‘, aber auch das Bestreben, den Einsatz als reine Hilfsmaßnahme darzustellen, wurde von der Öffentlichkeit mitunter als respektlos aufgefasst. Hier gilt es, offen im politischen Diskurs die Risiken und Notwendigkeiten anzusprechen und zu diskutieren, innerhalb deren sich internationale Politik bewegt. • Dazu gehört, die Zielsetzungen der internationalen Partnerschaften mitzuprägen; dass die Absprachen auf internationaler, institutioneller Ebene wie bei der NATO nicht öffentlich gemacht werden, versteht sich von selbst.“
Die ‚Nicht-Rede vom Krieg' und das Bestreben, den Einsatz als reine Hilfsmaßnahme darzustellen, sei mitunter als respektlos aufgefasst worden. Die demokratische Öffentlichkeit sei resilienter als oft angenommen; offen über Risiken und Notwendigkeiten zu diskutieren, sei nötig.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.