Empfehlung: zyklische Risikoanalysen zu legalen und illegalen Wirtschaftsakteuren in der Missionsplanung
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„Dringend notwendig sind Maßnahmen, die in Deutschland getroffen werden können: • Fortgesetzte bzw. zyklische Risikoanalysen als integrierter Bestandteil der Missionsplanung bezüglich der relevanten ökonomischen Akteure (wie sie hier für die Drogenökonomie aufgeführt wurden) sollten durchgeführt werden: Profitieren die ‚richtigen‘ Partner gegenüber den ‚problematischen‘ relativ mehr oder werden letztere prägend für den Prozess der Stabilisierung oder des Staatsaufbaus? • Generell sollten wirtschaftliche Strukturen, seien sie legal oder illegal, in zukünftigen Einsätzen besser in der Missionsplanung berücksichtigt werden.“
Empfohlen werden zyklische Risikoanalysen als integrierter Bestandteil der Missionsplanung, die fragen, ob die ‚richtigen' gegenüber den ‚problematischen' Partnern profitieren. Insbesondere Rentiersstrukturen müssten besser berücksichtigt werden, weil deren Profiteure kein Interesse an Veränderung haben.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.