Lehre: deutsche Institutionen reagieren nicht auf erkannte Fehler, schwache Fehlerkultur
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„„‚Wir waren ja nicht 20 Jahre doof!‘ Das aber bedeutet, dass die institutionellen Verfahren offensichtlich nicht geeignet sind, auf Fehler zu reagieren.“
Die internationale Intervention habe viele Jahre Zeit gehabt, Lehren zu ziehen; institutionelle Verfahren seien aber nicht geeignet, auf erkannte Fehler zu reagieren. Die Fehleroffenheit in deutschen Institutionen sei nicht ausgeprägt; Mechanismen für Kurskorrekturen fehlten.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.