Lehre: Analogieschlüsse aus Balkan oder Lateinamerika führten in Afghanistan nicht zum Ziel
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„Kurz soll skizziert werden, was Deutschland aus den zwei Dekaden Interventionspolitik in Afghanistan lernen kann: • Die aus anderen Kontexten übertragenen Konzepte, sei es vom Balkan oder aus Lateinamerika, haben alle in Afghanistan aufgrund unterschiedlicher gesellschaftlicher Formation nicht zugetroffen. Eine wesentliche Lehre ist, dass Analogieschlüsse nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen. • Die internationale Intervention hatte viele Jahre Zeit, Lehren zu ziehen aus dem Geschehen, als es passierte.“
Eine wesentliche Lehre sei, dass aus anderen Kontexten (Balkan, Lateinamerika) übertragene Konzepte in Afghanistan wegen unterschiedlicher gesellschaftlicher Formation nicht zutreffen; Analogieschlüsse führten nicht zu den gewünschten Ergebnissen.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.