Eine umfassende Agrarstrategie für Afghanistan wurde international nicht abgestimmt
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„Angesichts der Tatsache, dass Afghanistan als Agrarland bekannt war, in dem weit über 4/5 der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten (ob als Marktproduzenten oder in Subsistenzwirtschaft), ist indes erstaunlich, dass in der ‚internationalen Gemeinschaft‘75 keine Diskussion aufkam, eine umfassende Agrarstrategie für Afghanistan international abzustimmen und zu finanzieren. So blieben die im Agrarbereich praktizierten, regionalen Projekte oft unverbundenes Stückwerk, die obendrein bei Kontingentwechsel neu, und oft anders, konzipiert wurden.“
Obwohl 4/5 der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten, sei in der ‚internationalen Gemeinschaft' keine Diskussion einer umfassenden, abgestimmten und finanzierten Agrarstrategie aufgekommen; regionale Projekte blieben unverbundenes Stückwerk und wurden bei Kontingentwechsel neu konzipiert.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.