Bundeswehr wurde durch ‚Partnering' zur Komplizin lokaler Drogenarrangements
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„Um Zusammenstößen, etwa bei Patrouillen mit Drogenkurieren, aus dem Weg zu gehen, erwies sich das ‚Partnering‘ mit lokalen Akteuren oft als hilfreich: Beim ‚Partnering‘ sind „afghanische Soldaten in enger Abstimmung mit ISAF-Soldaten unterwegs“, was dazu führte, „dass Händler von Patrouillen kaum mehr überrascht werden. Die Informationen [fanden] nun ihren Weg zu den Händlern, so dass sich Militär und Transporteure aus dem Weg gehen“ konnten. Die Bundeswehr, die sich auf Stabilisierungsmission sah, wollte nicht in Gefechte um Drogenhandel verwickelt werden und war deshalb nicht undankbar dafür, dass sich ISAF-Truppen und Drogenhändler wechselseitig meiden konnten.“
Beim ‚Partnering' mit afghanischen Sicherheitskräften seien Informationen über Patrouillen zu Händlern geflossen, sodass Militär und Transporteure einander ausweichen konnten. Die Bundeswehr wollte nicht in Drogengefechte verwickelt werden und sei dadurch ‚zur Komplizin der lokalen Arrangements' geworden.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.