Keine klaren Wendepunkte; die Intervention veränderte sich nur graduell
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„Die Arbeitshypothese für diese Untersuchung war, dass sich Wendepunkte isolieren lassen, die den Verlauf der internationalen Intervention entscheidend beeinflusst bzw. ihren Verlauf verändert haben. Ein wesentliches Ergebnis dieses Berichts ist, dass sich diese Hypothese nicht bestätigen ließ. Der Einsatz in Afghanistan, in der Gesamtschau wie auch bezogen auf die Drogenökonomie, veränderte sich graduell, um auf unterschiedlich hoch priorisierte Entwicklungen zu reagieren. Kausale Zusammenhänge sind für einzelne, aber nicht generell für alle Entwicklungen identifizierbar, d.h. bei manchen Entscheidungen sind Ursache und Wirkung nicht klar voneinander zu trennen.“
Die Arbeitshypothese isolierbarer Wendepunkte habe sich nicht bestätigt: Der Einsatz in Afghanistan habe sich, auch bezogen auf die Drogenökonomie, nur graduell verändert; kausale Zusammenhänge seien nicht generell, sondern nur für einzelne Entwicklungen identifizierbar.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.