Quantitativer Zusammenhang zwischen Gewalt und Drogenökonomie nicht belegbar
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„Abbildung 16: Opferzahlen in Afghanistan im Verhältnis zum Opiumanbau Die Abbildungen 16 und 17 zeigen jedoch, dass sich ein solcher quantitativer Zusammenhang nicht belegen lässt. Die Bezugszahlen sind vor allem die eigenen, d.h. westlichen Todes- und Verletztenzahlen, die, sofern sie anstiegen, Sorgen über die Finanzierung des Aufstandes hervorriefen. Die Sicherheitslage insgesamt in Afghanistan, wobei die Opferzahlen der ANA und im weiteren Kriegsverlauf auch der ANP diejenigen der westlichen Truppen weit überstiegen und über die Jahre beinah linear anstiegen, spielte keine Rolle.“
Trotz politischer Annahmen ließe sich quantitativ kein Zusammenhang zwischen Anstieg der Gewalt ab 2006 und Konjunkturen der Drogenökonomie belegen; relevant für Policy-Konsequenzen waren vor allem westliche Opferzahlen, nicht jene der ANA und ANP oder der Zivilbevölkerung.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.