Sachverständige:r3.3 Sicherheitspolitik vs. EntwicklungspolitikS. 29
Drogenökonomie machte im Schnitt etwa ein Fünftel des BIP aus
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„Im Durchschnitt machte die Drogenökonomie im Verlauf der internationalen Intervention etwa ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts aus. Die hohen Exporterlöse funktionieren dabei strukturell äquivalent zu den politischen Renten: Eine Gruppe erlöst erheblich mehr als sie investieren muss, um an das betreffende Gut zu kommen.“
Im Durchschnitt habe die Drogenökonomie im Verlauf der Intervention etwa ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts ausgemacht; Exporterlöse hätten strukturell wie politische Renten gewirkt: Überprofite konnten ins Ausland abfließen oder in ‚gute Beziehungen' investiert werden.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.