Sachverständige:r3.3 Sicherheitspolitik vs. EntwicklungspolitikS. 28
Militärische Aufwendungen überstiegen Entwicklungsinvestitionen um ein Vielfaches
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„Die Aufwendungen für das militärische Vorgehen, nicht nur in der Kampfmission OEF durch die USA, sondern auch in der ISAF unter deutschem Regionalkommando in Nordafghanistan, überstiegen die im weitesten Sinne entwicklungspolitischen Investitionen um ein Vielfaches. Zurecht wird zwar bezweifelt, dass Afghanistan noch mehr davon hätte absorbieren können. Gleichwohl verdeutlicht diese unproportionale Kostenstruktur die falsche Policyakzentuierung.“
Die Aufwendungen für das militärische Vorgehen, auch in der ISAF unter deutschem Regionalkommando, hätten die entwicklungspolitischen Investitionen um ein Vielfaches überstiegen; das verdeutliche eine ‚falsche Policyakzentuierung'.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.