„Die Provinzen mit den höchsten Produktionszahlen waren nicht die ärmsten; dies widerlegt die Annahme, dass Armut den Anbau begünstigt. Im Gegenteil wirkten sich Verfügbarkeit von Bewässerung auf den Anbau begünstigend aus, während das Opiumgeld in den betroffenen Provinzen auch ‚Spill over‘-Effekte hatte, die die lokale Wirtschaft eher ankurbelten.“
Die Provinzen mit den höchsten Produktionszahlen seien nicht die ärmsten gewesen; das widerlege die Annahme, Armut begünstige den Anbau. Tatsächlich seien Bewässerungsverfügbarkeit und Spill-over-Effekte für die regionale Konzentration der Opiumproduktion entscheidender gewesen.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.