Sachverständige:r2.2 Drogen im Vergleich zur GesamtwirtschaftS. 20
Drogen machten je nach Berechnung 10–15 Prozent (UNODC niedriger) und mit Spill-over bis zur Hälfte des BIP aus
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„Das United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) indes arbeitet mit niedrigeren Zahlen, wobei der Farmgate-Wert des Opiums im einstelligen Bereich bleibt (etwa 4% des landesweiten BIP im Jahr 2013). Diese Zahlen verschleiern allerdings den wirklichen volkswirtschaftlichen Wert, der sich ja auch in Wertsteigerungen entlang der Handelskette bis zum Grenzübertritt, genannten Spill-over- Effekten wie etwa der Verfügbarkeit von Kapitel für die Bauindustrie oder den Konsum ausdrückt.“
Beim Grenzübertritt repräsentierten die Profite aus Opiaten etwa 10–15 Prozent des BIP; UNODC arbeite mit niedrigeren Farmgate-Zahlen (etwa 4 Prozent für 2013). Mit Spill-over-Effekten auf legale Sektoren sei Drogengeld für ein Drittel bis die Hälfte der Wirtschaftsproduktion maßgeblich gewesen.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.