Taliban besteuerten in der dritten Phase Handelsströme flächendeckend
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„In diese letzte Phase fällt auch, gewissermaßen den Annahmen der USA nacheilend, dass die Taliban zunehmend vom Opiumhandel profitieren: Anders als die Republik gelingt es den Taliban, Handelsströme (nicht nur mit Opium) flächendeckend zu besteuern. Die dadurch generierten Einnahmen machen sie indes nicht zu Drogenhändlern: Bis zur Machtübernahme 2021 zapfen sie vom Anbau über die regionalen bis zu den internationalen Ausfuhrhändlern die Geldflüsse an und können so einen Anteil der Wertschöpfung für sich beanspruchen.“
In der letzten Interventionsphase sei es den Taliban, anders als der Republik, gelungen, Handelsströme (nicht nur Opium) flächendeckend zu besteuern und einen Anteil der Wertschöpfung der Drogenwirtschaft abzuschöpfen; sie seien dadurch jedoch nicht zu Drogenhändlern geworden.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.